Zementindustrie leidet unter Preisdruck

18. Juni 2013, 14:48
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Der Absatz blieb zwar im vergangenen Jahr stabil, der Umsatz fiel aber um fast fünf Prozent

Wien - Die Zementindustrie gerät zunehmend unter Preisdruck. "2012 hatten wir eigentlich den gleichen Absatz, aber doch deutlich weniger Umsatz", sagte der Vorstandsvorsitzende der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ), Rudolf Zrost.

Konkret blieb der Zementabsatz der Branche 2012 gegenüber dem Jahr davor mit 4,46 Mio. Tonnen weitgehend stabil (2011: 4,43 Mio. Tonnen). Die Umsätze gingen aber um 4,7 Prozent auf 375 Mio. Euro zurück.

Zrost führt das zum einen auf eine "Sortenverschiebung" zurück - Zement werde in sehr unterschiedlichen Sorten (Qualitäten) zu sehr unterschiedlichen Preisen nachgefragt und verkauft. Zum anderen litten die Hersteller in Österreich unter einer "Wettbewerbsverzerrung". Es werde etwa billiger aus der Türkei oder Deutschland geliefert, verwies der VÖZ-Chef auf die Belastungen in Österreich aus Altlastensanierungsbeitrag, Ökostrom und weiteren Energiekosten.

"Wir befinden uns in Österreich in einem verzerrten Wettbewerbsumfeld", so Zrost. 2012 hätten sich die Altlastengesetz-Sanierungsbeiträge auf 2,4 Mio. Euro summiert. Hinzu kamen 2,5 Mio. Euro Ökostromkosten und 1,1 Mio. Euro an weiteren Energiesteuern.

Wachstum im Tief- und Hochbau

Gegen diese Ungleichheit will die VÖZ kämpfen. "Wir wollen eine einheitliche europäische Energie- und Steuerpolitik." Die künstliche Verknappung von CO2-Emissionszertifikaten sei eine richtige Räuberei. Es seien 900 Millionen Zertifikate aus dem Markt genommen worden, um für eine Preiserhöhung zu sorgen. Australien mache das richtig: "Dort will man CO2 einsparen und verrechnet pro Tonne CO2 einen bestimmten Betrag." Das System in der EU sei zu "verwaltungsintensiv" und kompliziert. Deshalb wollen China und die USA seiner Meinung nach auch nicht mitziehen.

Im Tiefbau verzeichnete die heimische Zementindustrie im Vorjahr ein Wachstum von 4,1 Prozent, im Hochbau betrug das Plus 7,7 Prozent.

Zur Zeit werden in Österreich den Angaben zufolge 37.000 bis 38.000 Wohnungen pro Jahr gebaut. "Wir bräuchten aber 50.000 - das sehen wir an den Wohnungspreisen, die deutlich ansteigen", so Zrost. (APA, 18.6.2013)

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