Inkontinenz: Tabuisierung schadet

18. Juni 2013, 15:14
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Österreichweit rund eine Million Menschen betroffen - Kommende Woche startet die "Welt-Kontinenz-Woche"

Wien - Harn- oder Stuhlinkontinenz beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen negativ. Doch für faktisch noch mehr Leid sorgen Tabuisierung und Stigmatisierung. Oft führen sie zum totalen sozialen Rückzug, erklärten ExpertInnen der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Frauen öfter betroffen

Österreichweit leiden rund eine Million Frauen und Männer an einem zumindest geringgradigen unwillkürlichen Harn- oder Stuhlverlust. Laut Engelbert Hanzal, Leiter der Urogynäkologischen Ambulanz an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien am AKH, sind rund 15 Prozent der Frauen von Harninkontinenz und neun Prozent von Stuhlinkontinenz betroffen. Der Prozentsatz bei Männern liegt bei rund zehn Prozent. 

Weg aus der Tabuzone

Für die meisten Betroffenen ist die Inkontinenz immer noch ein Tabuthema, nun werben ExpertInnen und ÄrztInnen dafür, mit dem Thema offener umzugehen. Viele Betroffene wüssten gar nicht, dass zwei Drittel der Fälle von Stuhlinkontinenz ohne Operation geheilt werden könnten. Beckenbodentraining bei Frauen mit Harninkontinenz beseitige allein schon etwa die Hälfte der Störungen - ganz abgesehen von chirurgischen Eingriffen. Kommende Woche (24. bis 30. Juni 2013) findet auch in Wien die Welt-Kontinenz-Woche statt. Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder veranstaltet in diesem Rahmen einen Infonachmittag am 25. Juni. (APA, 18.6.2013)

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