Nur sieben OSV-Aktive bei Barcelona-WM

18. Juni 2013, 13:37
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Nach 22 in Rom 2009, 16 in Shanghai 2011 - Rücktritte nur ein Grund für personellen Aderlass - Nadarajah in Thailand abgetaucht

Die Qualifikationsphase für die Weltmeisterschaften der Schwimmer vom 19. Juli bis 4. August in Barcelona ist am Wochenende für die Österreicher ohne weitere Limitleistung zu Ende gegangen. Damit werden bei den Spanien-Titelkämpfen die Schwimmer Jakub Maly, David Brandl, Lisa Zaiser und Caroline Reitshammer, Synchronschwimmerin Nadine Brandl sowie die Wasserspringer Sophie Somloi und Constantin Blaha dabei sein.

Einzig im Synchronschwimmen läuft die Qualifikationsfrist noch bis Ende Juni, es ist aber mit keinem weiteren Athleten zu rechnen. Mit nur sieben Aktiven ist das Team im Vergleich zu vergangenen Weltmeisterschaften zahlenmäßig stark erschlankt. 2011 in Shanghai waren 16 OSV-Aktive bzw. 12 Schwimmer dabei gewesen, 2009 in Rom gar 22 bzw. 18.

Beim Mare-Nostrum-Ausklang in Canet/FRA haben am Wochenende insgesamt vier OSV-Schwimmer die angestrebten Limits mehr oder weniger deutlich verpasst. Birgit Koschischek - im November in Chartres über 100 m Delfin Kurzbahn-EM-Fünfte - hatte die Norm über diese Strecke von 59,48 in Vorlauf (59,97) und Finale (1:00,37 Min.) erfolglos angegriffen. Über 50 m Delfin war die Wienerin in 27,85 um 75/100 über der Zielzeit geblieben.

Die anderen drei angetretenen OSV-Athleten waren mit Christian und Markus Scherübl sowie Uschi Halbreiner aus dem Graz-Lager des dort seit Herbst amtierenden deutschen Star-Coaches Dirk Lange. Auffallend, dass sie alle um Sekunden über den Limits geblieben sind und Lange so keinen einzigen seiner OSV-Athleten in Barcelona dabei haben wird. Allerdings war Martin Spitzer qualifiziert, der 27-Jährige musste nach einem Verkehrsunfall absagen.

Der personelle Aderlass im OSV-Langbahn-Team hängt auch mit einigen Rücktritten zusammen. Vom Shanghai-Aufgebot vor zwei Jahren haben Nina Dittrich, Florian Janistyn, Hunor Mate und Sebastian Stoss und Markus Rogan ihre Karrieren beendet - teilweise endgültig, teilweise wie im Fall von Rogan eventuell vorübergehend. Dinko Jukic ist aufgrund des seit einem Jahr mit dem OSV schwelenden Konflikts nicht dabei.

Von 2011 hat es nur Brandl erneut ins Team geschafft. Zaiser, Maly und Reitshammer waren nicht dabei. Für den Rest der "China-Truppe" (Koschischek, Jördis Steinegger, Eva Chaves-Diaz, Scherübl) wie auch für allen anderen waren die Limits zu hart. Lange wird jedenfalls in seiner Equipe bald rot-weiß-rote Verstärkung bekommen. Koschischek, Zaiser und Claudia Hufnagl haben einen partiellen oder ganzen Wechsel nach Graz angekündigt.

Auch Fabienne Nadarajah war im Shanghai-Team. Die seit 10. Juni 28-Jährige ist heuer sportlich noch gar nicht in Erscheinung getreten. Sie befindet sich derzeit für ein Monat in einem Trainingszentrum in Thailand. Nadarajah trainiert für den Kurzbahn-Weltcup, dieser startet außergewöhnlich früh in der Woche nach der Barcelona-WM in Eindhoven (7./8.8.) und Berlin (10./11.).

OSV-Präsident Christian Meidlinger ist zuversichtlich, dass bald wieder ein Aufschwung kommen wird. "Mit den Erfolgsathleten wie Markus Rogan, Dinko Jukic und Nina Dittrich fehlen bei der WM die Zugpferde im Team Austria", wurde er in einer OSV-Aussendung zitiert. "Sie hinterlassen eine Lücke, die es in Zukunft zu schließen gilt. Dafür benötigt man Geduld." Junge seien auf einem vielversprechenden Weg, bräuchten aber noch Zeit. (APA; 18.6.2013)

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