Handy-Echo gibt Aufschluss über Ort des Anrufers

18. Juni 2013, 12:31
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Forscher: "Unsere Software kann eine dreidimensionale Karte von einem Raum mit einer Präzision von Millimetern entwerfen"

Lausanne - Schweizer Wissenschafter haben eine Methode entwickelt, allein über das Echo akustischer Signale die genauen räumlichen Gegebenheiten am Ausgangsort hochzurechnen. Diese Technologie könne künftig auch in Smartphones eingesetzt werden, berichtet das amerikanische Wissenschaftsblatt "PNAS". Mit Hilfe der Software ließe sich unter anderem auch ermitteln, aus welchem Raum ein Handy-Anruf kommt - zumindest wenn sich der Anrufer in diesem Raum bewegt.

Mikrofone lassen räumliche Karte erstellen

Die von einem Forscherteam an der Polytechnischen Universität in Lausanne (EPFL) entwickelte Software analysiert, welche Echos verschiedene akustische Quellen erzeugen und schließt daraus auf die Umgebung. In einem Testumfeld hatten die Forscher vier Mikrofone in einem Testraum positioniert, dessen Wände variabel verstellbar sind. Mit Hilfe der Software wurden dann die akustischen Echos analysiert. Auf Basis minimaler Abweichung konnte damit der jeweilige Aufbau des Raums nachgebildet werden. Später folgte ein Praxistest in einer Kathedrale, der zumindest teilweise erfolgreich verlief.

"Unsere Software kann eine dreidimensionale Karte von einem Raum mit einer Präzision von Millimetern entwerfen", sagt Ivan Dokmanic, Student an der EPFL in Lausanne. Unendlich kleine Verzögerungen würden dabei wahrgenommen. Dabei bräuchten die Mikrofone nicht einmal besonders exakt ausgerichtet werden, erklärt Dokmanic.

"Das ist erst der Anfang"

Damit könnte ein Anrufer genaueste Daten darüber liefern, in welch einem Raum er sich gerade befindet; vorausgesetzt, er bewegt sich darin und simuliert dadurch - freiwillig oder unbewusst - das Vorhandensein unterschiedlich platzierter Mikrofone.

Architekten könnten die Software zu akustischen Vermessung von Räumlichkeiten nutzen, die beispielsweise für Musikveranstaltungen vorgesehen sind. Auch als Erweiterung für die geografische Ortung in Räumen, in denen das GPS-Signal nicht stark genug ist, könne die Erfindung eingesetzt werden, hieß es. Es gebe viele Anwendungen, aber er sehe noch viele weitere voraus, sagte Dokmanic. "Das ist erst der Anfang." (APA/red, derStandard.at, 18. 6. 2013)

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