"Objektiv 2013" geht an Heinz Stephan Tesarek für Fotoserie über junge Griechin

Ansichtssache18. Juni 2013, 21:00
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Jürg Christandl, Katja Zanella-Kux, Christian Bruna, Ian Ehm und Leonhard Föger weitere Kategoriensieger - Jury bewertete 546 Einreichungen von 160 Fotografen in sechs Kategorien

Wien - Eine Fotoserie über eine junge Griechin, die ihr einziges Kind in ein Kinderheim geben muss, weil sie es wegen der Finanzkrise in Griechenland nicht mehr selbst ernähren kann, ist Österreichs Pressefoto des Jahres.

Heinz Stephan Tesarek wurde für die im Wochenmagazin "News" erschienenen Aufnahmen Dienstagabend im Wiener Metropol mit dem "Objektiv 2013" ausgezeichnet. Tesarek konnte damit nach 2011 bereits zum zweiten Mal den Preis gewinnen.

Der von der APA und Canon initiierte Preis für Pressefotografie wurde in sechs Kategorien vergeben, 160 Fotografen hatten dafür 546 Arbeiten eingereicht.

Jurymitglieder

Die Siegerfotos wurden in einem anonymisierten Verfahren von einer Fachjury ausgewählt. Zu dieser gehörten heuer Peter M. Bauer (Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt), Ruth Eichhorn ("Geo", Gruner+Jahr), Alexandra Föderl-Schmid (DER STANDARD), Patricio Hetfleisch ("Tiroler Tageszeitung" online), Jann Jenatsch (Keystone), Manfred Klimek (Fotograf), Nina Kornberger ("Wirtschaftsblatt"), Michael Lang (APA), Erich Lessing (Lessing Culture & Fine Arts Archive), Maria Mann (European Pressphoto Agency), Rainer Nowak ("Die Presse") und Peter Saak (Canon Österreich).

Thema, Originalität, Motiv, Qualität

Bewertet werden beim "Objektiv" Thema, Originalität, Motiv sowie die technische und gestalterische Qualität der Aufnahme. Die Kategoriensieger erhalten Warengutscheine im Wert von 3.000 Euro, an den Hauptpreisträger geht zusätzlich ein weiterer Warengutschein über 6.000 Euro.

Die Fotoserie von Gewinner Heinz Stephan Tesarek zeigt die menschliche Seite der griechischen Finanzkrise. In Griechenland gibt es eine wachsende Zahl verarmter Mütter, die sich nicht mehr in der Lage sehen, ihre Kinder zu ernähren. Eine dieser Mütter besucht einmal im Monat ihre Tochter im 300 Kilometer entfernten SOS-Kinderdorf in Athen.

"Tesarek hat mit seiner Kamera einen Raum geöffnet, in den normalerweise weder das Licht der Öffentlichkeit noch ein einziger Euro Rettungsgeld dringt. Er hat an einem jener Schauplätze fotografiert, wo sich tatsächlich ermessen lässt, ob die Rettung eines Staates gelungen ist oder nicht", heißt es in der Jurybegründung. Neben dem Hauptpreis gewann Tesarek auch die Kategorie Fotoserien.

1

In der Kategorie Innen- und Außenpolitik siegte "Kurier"-Fotograf Jürg Christandl mit einem Bild, auf dem der damalige Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) und Bundesheer-Generalstabschef Edmund Entacher mit vielsagender Körpersprache am Heldenplatz zu sehen sind.

2

Die Kategorie Wirtschaft ging an Katja Zanella-Kux für ein auf der Online-Seite der "Tiroler Tageszeitung" veröffentlichtes Bild. Motiv: Ein vom Österreichischen Weltraumforum entwickelter Analog-Marsanzug bei Belastungstests in der Sahara.

3

Eine Aufnahme von Alfons Mensdorff-Pouilly am Wiener Landesgericht holte den ersten Platz in der Kategorie Chronik. Ausgezeichnet wurde dafür der Fotograf Christian Bruna, dessen Aufnahme auf oe24.at publiziert wurde.

In der Kategorie Kunst und Kultur gewann Ian Ehm mit einem im Wochenmagazin "News" abgedruckten Foto des Künstlers Hermann Nitsch.

4

Die Kategorie Sport holte Reuters-Fotograf Leonhard Föger, der für sein Bild des jubelnden italienischen Fußballers Mario Balotelli bei der Fußball-EM in Polen prämiert wurde. (APA, 18.6.2013)

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