Anna Mitgutsch auf Shortlist für "Tractatus"-Preis

18. Juni 2013, 11:34
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Mit 25.000 Euro dotierte Essay-Auszeichnung wird im September vergeben - Neben Mitgutsch sind Kurt Bayertz, Vittorio Hösle und Odo Marquard nominiert

Lech - Das Philosophicum Lech hat am Dienstag die Shortlist für den mit 25.000 Euro dotierten Essay-Preis "Tractatus" präsentiert. Unter den sechs möglichen PreisträgerInnen befindet sich auch die Linzer Schriftstellerin Anna Mitgutsch für "Die Grenzen der Sprache. Unruhe bewahren". Wer den Preis letztendlich erhält, wird Anfang September bekannt gegeben. Die Verleihung findet am 27. September im Rahmen des 17. Philosophicum Lech (25. bis 29. September) statt.

Die dreiköpfige Jury - bestehend aus Ursula Pia Jauch, Rüdiger Safranski und Franz Schuh - nominierte neben Mitgutsch Kurt Bayertz für "Der aufrechte Gang. Eine Geschichte des anthropologischen Denkens", Vittorio Hösle für "Eine kurze Geschichte der deutschen Philosophie" sowie Odo Marquards "Endlichkeitsphilosophisches. Über das Altern". Ebenfalls Hoffnungen machen dürfen sich Henning Ritter ("Die Schreie der Verwundeten. Versuch über die Grausamkeit") und Peter Sloterdijk ("Zeilen und Tage"). Bisherige Preisträger sind Juror Franz Schuh (2009), Kurt Flasch (2010), Norbert Bolz (2011) und Herbert Schnädelbach (2012).

Auf Anregung Michael Köhlmeiers

Der von einem privaten Sponsor finanzierte Preis - er gehört zu den höchstdotierten im deutschsprachigen Raum - wurde auf Anregung des Vorarlberger Schriftstellers Michael Köhlmeier ins Leben gerufen. "Prämiert werden herausragende deutschsprachige kulturwissenschaftliche Publikationen, die philosophische Fragen in erweitertem Sinne ambitioniert und einer breiten Öffentlichkeit verständlich auf dem immer wichtiger werdenden Feld geistiger Auseinandersetzungen und Standortbestimmungen diskutieren", so der wissenschaftliche Philosophicum-Leiter Konrad Paul Liessmann. Berücksichtigt würden dabei besonders die Relevanz des Themas, die sprachliche Gestaltung sowie die Originalität des Denkansatzes.

In seiner diesjährigen Auflage widmet sich das Philosophicum Lech dem Thema "Ich. Der Einzelne in seinen Netzen". Im Zentrum der Tagung wird der Widerspruch stehen, der unsere Gegenwart kennzeichnet: Auf der einen Seite wird ein zunehmender Individualismus und Egoismus beklagt, während andererseits der Gruppendruck zunimmt und das Social Web floriert. (APA, 18.6.2013)

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