Pentagon veröffentlicht erstmals Namen aller Guantanamo-Häftlinge

18. Juni 2013, 07:58
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US-Regierung ernennt neuen Beauftragten für umstrittenes Gefangenenlager - 46 "unbefristete" Häftlinge

Washington/Guantanamo - Die US-Regierung hat erstmals die Namen aller Häftlinge des umstrittenen Gefangenenlagers Guantanamo veröffentlicht. Auf Betreiben zweier Zeitungen führte das Verteidigungsministerium auch auf, welche Gefangenen ohne einen Prozess auf bestimmte Zeit festgehalten werden sollen. Das US-Außenministerium ernannte unterdessen mit Cliff Sloan nach monatelanger Vakanz einen neuen Beauftragten für die Schließung von Guantanamo.

46 Guantanamo-Gefangene werden als "unbefristete Häftlinge" eingestuft, teilte das Pentagon mit. Es handle sich um Terrorverdächtige, die zu gefährlich seien, um sie freizulassen. Nach Einschätzung von US-Behördenvertretern können sie aber auch nicht vor Gericht gestellt werden, weil sie mit brutalen Verhörmethoden befragt worden waren. Dazu zählt das als Folter angesehene Waterboarding, bei dem der Betroffene das Gefühl hat zu ertrinken. Auf diese Art gewonnene Erkenntnisse dürfen nicht vor Gericht verwendet werden.

Zwei Tote unter unbefristeten Häftlingen

Bei den unbefristeten Häftlingen handelt es sich um 26 Jemeniten, zehn Afghanen, drei Saudi-Araber, zwei Kuwaiter, zwei Libyer, einen Kenianer, einen Marokkaner und einen Somalier. Zwei weitere Afghanen mit diesem Status starben, einer durch Selbstmord, der andere an einem Herzinfarkt. Die Einstufung der unbefristeten Häftlinge hatte Anfang 2010 eine Arbeitsgruppe vorgenommen, die eingesetzt worden war angesichts des Versprechens von US-Präsident Barack Obama, Guantanamo schnell zu schließen.

Auch die Namen aller verbliebenen 166 Guantanamo-Häftlinge gab das Pentagon nun heraus. Erreicht hatten das die "New York Times" und der "Miami Herald" mit Anträgen, in denen sie sich auf die Informationsfreiheit beriefen. Gegen 34 Häftlinge könnte den Angaben zufolge ein Gerichtsverfahren angestrengt werden. Zu ihnen zählt der mutmaßliche Chefplaner der Terroranschläge vom 11. September 2001, Khalid Sheikh Mohammed. Er erschien am Montag mit vier weiteren mutmaßlichen Drahtziehern zu einer Anhörung vor einem Sondergericht des US-Militärs auf Guantanamo.

Die Menschenrechtsgruppe Human Rights First erklärte, die Enthüllungen seien "begrüßenswert, wenn auch längst überfällig". (APA, 18.6.2013)

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    Eine Wärterin patroulliert in den Gängen des Gefängnisses in Guantanamo.

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