Streit um Bücher bei ORF Vorarlberg

17. Juni 2013, 18:30
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Landesdirektor soll Bibliothek entsorgt haben

Dornbirn – Markus Klement, seit 2012 Landesdirektor des ORF Vorarlberg, räumt gerne auf. Nicht nur mit (aus seiner Sicht) überholten Strukturen. Er packt auch mit an. Beispielsweise bei der Entsorgung der Hausbibliothek. Bis auf wenige Bände sei die Bibliothek ausgeräumt worden, Klement habe sich eigenhändig beteiligt, heißt es in einem Protestmail der Betriebsversammlung. Von "Büchervernichtung" ist die Rede. Einem "Skandal der Sonderklasse". Die Vollversammlung forderte im April die Wiederherstellung einer "gleichwertigen Bibliothek". Betriebsrat Edgar Donner will sich zur Causa nicht öffentlich äußern: "Nur so viel: Es gibt noch keine Bibliothek."

Es habe nie eine Hausbibliothek gegeben, sagt der Landesdirektor. "Wir haben ein altes Bücherregal ausgeräumt, in dem waren vor allem alte Broschüren." Bibliotheken gäbe es ohnehin in der Kultur- und der Sportabteilung. Die Sache sei keine Zeile wert, wer darüber schreibe, mache sich lächerlich. Die ganze Angelegenheit sei Dirty Campaigning, eine Intrige. Die Bibliothek sei ein vorgeschobenes Thema, "ich weiß aber nicht, was dahintersteckt".

Schon die überraschende Bestellung des früheren Moderators im September 2011 polarisierte. Klements Umstrukturierungen und Neubesetzungen machten die Stimmung im Dornbirner Studio nicht besser. Hausintern wird immer wieder Kritik an Klements "Selbstherrlichkeit" laut. So wird im Studio spekuliert, dass der 37-Jährige Vorarlberg nur als Zwischenstation auf dem Karriereweg nach Wien sehe. Klement habe einen ausgeprägten Hang zum Marketing – so ließ er kürzlich die Studioadresse ändern. Aus Höchsterstraße 38 wurde Rundfunkplatz 1. (jub, DER STANDARD, 18.6.2013)

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