Katar gibt Porsche-Anteile ab

17. Juni 2013, 17:35
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Nach vier Jahren hat der Staatsfonds aus Katar sein Engagement bei Porsche beendet. Nun befinden sich die Anteile wieder in den Händen der Familie

Nach vier Jahren hat der Staatsfonds aus Katar sein Engagement bei Porsche beendet. Nun befinden sich die Anteile wieder in den Händen der Familie. Katar setzt derweil auf VW und will sich dort beteiligen. Porsche gehört jetzt wieder ganz der Familie.

Dubai/Stuttgart - Die Erben des Autopioniers Ferdinand Porsche haben beim VW-Hauptaktionär Porsche SE wieder allein das Sagen. Der katarische Staatsfonds gab vier Jahre nach seinem Einstieg bei der Holding alle Stammaktien wieder an die Erbenfamilien Porsche und Piëch zurück, wie die Holding und der Fonds am Montag mitteilten.

Die Porsche-Erben, zu denen der machtbewusste VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch gehört, zementieren damit ihren Einfluss auf Europas größten Autobauer VW: Den beiden Familienclans sind durchgerechnet 50,7 Prozent der Stimmrechte der Wolfsburger zuzuordnen.

Die Araber waren der 2009 finanziell klammen Porsche Holding nach deren gescheitertem VW-Übernahmeversuch beigesprungen und hatten zehn Prozent der Porsche-Stammaktien von den Familien gekauft, die damit erstmals einen familienfremden Miteigentümer akzeptierten. Nun halten die Familien wieder alle Stimmrechte und die Hälfte des Kapitals, dessen andere Hälfte in den Händen stimmrechtsloser Vorzugsaktionäre liegt.

Zum Kaufpreis für den Rückerwerb wollten sich weder Porsche noch die Qatar Holding äußern. Die börsennotierten Vorzugsaktien der Porsche Holding sind knapp 9,3 Milliarden Euro wert. Nach der Zusammenführung von Autobauer Porsche und VW im vergangenen Jahr sei die Rückübereignung der Stammaktien der "logische Schritt", teilte der Staatsfonds aus Katar mit, der unter anderem auch am Baukonzern Hochtief sowie dem Rohstoffkonzern Glencore beteiligt ist.

"Die Wiedervereinigung aller Stammaktien in den Händen der Familien Porsche und Piëch ist Ausdruck unseres Vertrauens in die erfolgversprechende Zukunft der Porsche Holding als größte Aktionärin von Volkswagen", sagte Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche. Er und sein Cousin Ferdinand Piëch gelten als Anführer der beiden weitverzweigten Familienstämme Porsche und Piëch.

Parallel zur Übernahme von Porsche-Stammaktien hatte sich das Emirat 2009 über seine Investmentgesellschaft auch direkt an den Wolfsburgern beteiligt - nach der Porsche Holding und dem Land Niedersachsen sind die Araber mit 17 Prozent der Stimmrechte somit der drittgrößte Anteilseigner. Katar stehe voll hinter dem Engagement bei Volkswagen, teilte die Investmentgesellschaft des Emirats des Weiteren mit.

Erst vergangene Woche hatte die Qatar Holding angekündigt, sich an einer 1,2 Milliarden Euro schweren Wandelanleihe auf VW-Vorzugsaktien zu beteiligen. Das Engagement bei VW sei angesichts der Entwicklung des Börsenkurses "lukrativ", sagte der Insider. (Reuters, DER STANDARD, 18.6.2013)

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    Der Staatsfonds aus Katar hat die Anteile zurückgegeben. Wie teuer der Rückkauf war, wollte weder die Familie noch der Staatsfonds sagen.

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