Obamas Umfragewerte sinken deutlich

17. Juni 2013, 15:52
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US-Präsident verliert nach Kontroversen deutlich an Zustimmung

Washington - Nach einer Reihe von Kontroversen befinden sich die Umfragewerte von US-Präsident Barack Obama im Sinkflug. Einer am Montag veröffentlichten Erhebung des TV-Senders CNN zufolge fiel die Zustimmung zu Obama in der US-Bevölkerung im vergangenen Monat um acht Prozentpunkte auf 45 Prozent. Dies sei der niedrigste Wert für den Präsidenten seit eineinhalb Jahren. Die Zahl der Menschen, die mit Obamas Arbeit unzufrieden sind, stieg den Angaben zufolge um neun Prozentpunkte auf 54 Prozent.

Besonders stark verlor Obama den Angaben zufolge in der Altersgruppe unter 30 Jahren: Hier sank die Zustimmung um 17 Prozentpunkte. Auch Wähler aus dem unabhängigen Lager wenden sich offenbar in Scharen vom Präsidenten ab. Die Zustimmungswerte fielen hier von 47 auf 37 Prozent. Erstmals in Obamas Amtszeit hielt in der Umfrage die Hälfte der US-Bevölkerung den Präsidenten für nicht vertrauenswürdig. Sechs von zehn Befragten gaben an, der Staat sei zu groß und mächtig und gefährde Bürgerrechte und Freiheiten der US-Bürger.

Obama in der Defensive

Obama ist in den vergangenen Wochen an mehreren Fronten in die Defensive geraten. Die systematische Überwachung von Internetnutzern durch den Geheimdienst NSA und die Ausspähung von Journalisten der Nachrichtenagentur AP durch das Justizministerium nagten am Image seiner Regierung. Außerdem musste er wegen der gezielten Überprüfung von konservativen Lobbygruppen durch die Steuerbehörde IRS Kritik einstecken.

Die Republikaner nutzten die Affären, um den Weißen Haus einen massiven Missbrauch seiner Machtbefugnisse vorzuwerfen. Außerdem fachte das konservative Lager weiter die Diskussion um den Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Benghazi an, bei dem im vergangenen September vier US-Bürger getötet wurden. Die Republikaner werfen dem Präsidenten vor, die terroristischen Hintergründe der Attacke zunächst verschleiert zu haben.

Der im vergangenen November wiedergewählte Obama nimmt derzeit am G-8-Gipfel in Nordirland teil. Am Dienstagabend kommt er erstmals als US-Präsident zu einem Besuch nach Berlin. Höhepunkt des zweitägigen Aufenthalts ist eine Rede am Brandenburger Tor am Mittwoch. (APA, 17.6.2013)

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