Salzburgerin fiel auf Internetbetrüger herein: 190.000 Euro gezahlt

17. Juni 2013, 13:58
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"Amerikanischer Ingenieur" spiegelte Liebe vor und lockte 40-jährigem Opfer Geld für vermeintliche Firmengründung heraus

"Love-Scamming" oder "Romance-Scamming" werden Anbahnungsversuche in Sozialen Netzwerken wie Facebook bezeichnet, bei denen Kriminelle ihren Opfern viel Geld herauslocken wollen. Eine Salzburgerin ist einem solchen Betrüger aufgesessen: Er gab sich als "amerikanischer Ingenieur" aus und gaukelte ihr vor, er habe sich in sie verliebt. Die 40-jährige Frau glaubte seinen Lügen, er wolle eine Firma gründen, sei aber überfallen worden und brauche dringend Geld. Sie überwies ihm von Dezember bis März 190.000 Euro. Fazit: Mann und Geld sind verschwunden.

"Es wurde nicht geskypt, es gab kein Bild, lediglich einen Schreibverkehr"

Als die Salzburgerin misstrauisch geworden war, brach der vermeintliche, zukünftige Lebenspartner den Kontakt ab. Die Kommunikation erfolgte laut Salzburger Polizei ausschließlich über Telefon und mittels chatten im Internet. "Es wurde nicht geskypt, es gab kein Bild, lediglich einen Schreibverkehr", sagte Polizeisprecherin Eva Wenzl.

Vermutlich gehörte der Betrüger der sogenannten "Nigeria Connection" an, die Massenmails mit falschen Versprechungen, Erbansprüchen und Gewinnzusagen an potenzielle Opfer verschickt. Der Mann habe der Salzburgerin erzählt, er sei nach Malaysia ausgewandert, um dort eine Baufirma zu gründen. "Er versprach ihr auch, nach Österreich zu kommen", schilderte die Polizeisprecherin. Der angebliche Amerikaner verfasste romantische Texte und schickte seinem Opfer als Beweis Fotos aus Malaysia. Den Ermittlern zufolge handelt es sich aber um Fake-Bilder.

"Ingenieur"

Die 40-Jährige habe dem "Ingenieur" in mehreren Tranchen die 190.000 Euro auf ein Konto in Nigeria überwiesen - in der Meinung, sie investiere in die "gemeinsame Zukunft", sagte Wenzl. Daraus wurde nichts. Der Mann ist auch für die Polizei nicht greifbar. "Er ist nach wie vor ein unbekannter Täter", erklärte die Polizeisprecherin. (APA, 17.6. 2013)

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