Presserat verurteilt "News"-Bericht über "schmutzige Intrige im ORF"

17. Juni 2013, 13:53
2 Postings

Persönlichkeitsrechte von Nadja Bernhard verletzt - Zeitschrift gewährte haltlosen Anschuldigungen eines anonymen Schreibers öffentliche Bühne

Mit dem Artikel "Schmutzige Intrige im ORF" hat die Zeitschrift "News" den Persönlichkeitsschutz von "Zeit im Bild"-Moderatorin Nadja Bernhard verletzt. Zu diesem Urteil kam der österreichische Presserat in einer aktuellen Entscheidung. Auch wenn sich "News" von den Vorwürfen gegen die Moderatorin, die in einem anonymen Schreiben übermittelt wurden, distanziert habe, wurde dem Verfasser durch den Abdruck eine öffentliche Bühne eingeräumt und in die Persönlichkeitssphäre der Moderatorin eingegriffen, kritisierte der Presserat.

"Ohne die Verbreitung in 'News' wären die Anwürfe nicht an die breite Öffentlichkeit gelangt. Allein in dem Umstand, dass die Anschuldigungen - die, wie die Zeitschrift ja selbst mehrfach betont, irrelevant sind - in dem Artikel wiederholt und an die Öffentlichkeit weitergegeben werden, liegt bereits ein Eingriff in die Persönlichkeitssphäre der betroffenen Fernsehmoderatorin begründet", hieß es in der Entscheidung des Presserats. Erst aufgrund des Artikels habe sich Bernhard mit öffentlicher Neugierde und unerwünschter Anteilnahme in einer intimen Angelegenheit auseinandersetzen müssen.

Rufschädigung

Das Magazin hatte im Februar verschiedene ehrenrührige und rufschädigende Details aus dem gegen Bernhard gerichtetem Schreiben veröffentlicht und angemerkt, dass dem Brief "kompromittierende Fotos" beigelegt worden seien. Es wurde außerdem gemutmaßt, dass es sich bei dem Verfasser um einen ORF-Insider oder Journalisten handle, was sich mittlerweile als falsch herausgestellt hat. Der Presserat stellte daher einen Verstoß gegen Punkt 5, den Persönlichkeitsschutz, im Ehrenkodex fest. "News" hat sich der Schiedsgerichtbarkeit des Presserats unterworfen. (APA, 17.6.2013)

Share if you care.