Nach Wolfsbesuchen: Landesjägermeister spricht von illegaler Aussiedlung

17. Juni 2013, 14:14
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WWF und Naturschutzbund dementieren und verweisen auf natürliche Zuwanderung

Graz - In der Steiermark hat das Auftauchen von Wölfen, die auch für das Reißen von Wild und Weidevieh verantwortlich gemacht werden, die Diskussion über die Wiederansiedlung von "Isegrim" neu belebt. In einem ORF Steiermark-Interview vermutet Landesjägermeister Heinz Gach, Tierschutzorganisationen könnten hinter illegalen Aussiedlungen stehen. WWF und Naturschutzbund weisen dies scharf zurück: "Nonsens".

Seit Jahren werden in der Steiermark immer wieder Wolfs-Besuche registriert. Den jüngsten Berichten zufolge soll es in den Bezirken Murtal und Voitsberg sowie im Mürztal zu Sichtungen der unter Schutz stehenden Tiere gekommen sein, auch Schafe und Rehe sollen gerissen und eine Kuhherde attackiert worden sein.

"Gehäuftes Auftreten von diesen Wildtieren"

Landesjägermeister Heinz Gach äußerte nun den Verdacht, dass Tierschutzorganisationen Wölfe illegal aussetzen. "Dieser Verdacht steht im Raum. Das gehäufte Auftreten von diesen Wildtieren: Da vermuten einige, dass das nicht nur durch Zuwanderung passiert, sondern dass hier mögliche Aussetzungen stattgefunden haben oder auch stattfinden", sagte er gegenüber dem ORF. Der Ruf nach einem Eingreifen kam aus der Landwirtschaftskammer, für die der Schutz der landwirtschaftlichen Produktion Vorrang hat.

WWF fordert Ende "der Hetze auf geschützte Tierarten"

Der WWF wies die Verdächtigungen in einer Aussendung zurück und forderte ein Ende "der Hetze auf geschützte Tierarten". Es sei nicht notwendig, illegal Wölfe auszusetzen: "Sie kommen von selbst zurück, weshalb man Wege des Zusammenlebens finden und geeignete Maßnahmen treffen muss, statt diesen Wildtieren ihr Daseinsrecht abzusprechen", erklärte Christian Pichler.

Man erinnere auch daran, dass seitens der Jägerschaft immer wieder betont werde, auf dem natürlichen Weg zuwandernde Beutegreifer wie Wolf und Bär seien willkommen. Im Vorjahr sei von Vertretern der Jägerschaft, WWF, Behörden und Interessensgruppen ein Wolf-Managementplan erstellt worden. Dieser Aktionsplan soll auf die Wiederkehr des Wolfes vorbereiten und regle u.a. auch die behördliche Abgeltung von Schäden an Nutz- und Weidetieren.

Gegen die Unterstellung, an illegalen Aussiedelungen beteiligt zu sein, bezog auch Johannes Gepp, Präsident des Naturschutzbundes Steiermark, Stellung: "Was von uns angeblich alles freigesetzt wird, von Bären bis zu Fischottern. Ich möchte wissen, wo es diese Zuchtstationen gibt". Zahme Wölfe auszuwildern sei überhaupt rundweg abzulehnen, weil nicht mehr scheue Tiere tatsächlich ein Gefahrenpotenzial darstellten. (APA, 17.6.2013)

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    Die Wölfe kommen von selbst zurück, weshalb man Wege des Zusammenlebens finden und geeignete Maßnahmen treffen muss, betonen Tierschützer.

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