Wirtschaft kämpft sich langsam aus dem Tief

17. Juni 2013, 12:54
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Die Bank Austria rechnet für heuer mit 0,4 Prozent Wirtschaftswachstum und einer leichten Erholung in der zweiten Jahreshälfte

Wien - Die Stimmung in der österreichischen Wirtschaft kämpft sich allmählich aus dem Tief. Heuer wird sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) den Prognosen der Bank Austria zufolge gegenüber dem Vorjahr von 0,8 auf 0,4 Prozent halbieren, doch 2014 winke schon ein spürbarer Anstieg um 1,8 Prozent. Der private Konsum liegt noch flach und soll dann im kommenden Jahr von 0,0 auf ein Plus von 0,8 Prozent anspringen. Die Arbeitslosigkeit werde im laufenden Jahr von 7,0 auf 7,5 Prozent steigen und somit das Krisenniveau aus 2009 übertreffen. Auch 2014 bleibt sie mit voraussichtlich 7,4 Prozent hoch.

Im Mai gab es Signale einer leichten Stimmungsaufhellung: Die Konjunktur sei bereits seit Ende des vergangenen Jahres auf einen - wenn auch zeitweise sehr holprigen - Verbesserungstrend eingeschwenkt, so Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Fast überall in Europa und auch in Österreich habe sich die Grundstimmung in der Wirtschaft stabilisiert. Die aktuellen Stimmungseinschätzungen liegen aber generell "noch deutlich unter den langjährigen Durchschnittswerten".

"Die temporäre Verunsicherung durch die Zypern-Krise ist überwunden, die heimischen Konsumenten haben im Mai trotz der Anspannung am Arbeitsmarkt wieder an Zuversicht gewonnen", teilte Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl heute, Montag, in einer Aussendung mit. Allerdings habe sich die Stimmung in der österreichischen Industrie unter dem Eindruck einer zurückhaltenden Auftragsentwicklung abermals leicht eingetrübt.

Erholung im zweiten Halbjahr

Die träge Wirtschaftsentwicklung vom Jahresauftakt habe sich auch im zweiten Quartal fortgesetzt. Doch das derzeitige internationale Umfeld verspreche für das dritte Quartal 2013 eine Erholung der Konjunktur, so der Volkswirt.

"Nachdem der Jahresstart schwach ausfiel und das erste Halbjahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr sogar einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um geschätzte 0,3 Prozent gebracht hat, wird die zweite Jahreshälfte die BIP-Dynamik im Gesamtjahr 2013 noch ins Plus drehen", erwartet Pudschedl. Die Inflation in Österreich soll sich heuer gegenüber 2012 von 2,4 auf 1,9 Prozent einbremsen.

Die europäische Konjunktur komme in Bewegung. Dafür sprächen die solide Aufwärtsentwicklung der Industriestimmung in Europa, die Verbesserung der Einkaufsmanagerindizes in fast allen Ländern sowie die kürzlich veröffentlichten Produktionsziffern der europäischen Industrie vom April. "Der bereits angelaufenen Stabilisierung wird im Sommer eine Erholung in der Eurozone folgen", so Pudschedl. Diese werde zwar zunächst nur mäßig, dafür aber sektoral und regional breit gestreut ausfallen - mit Deutschland an der Spitze. Und davon sollte auch Österreich profitieren.

Das von der Bank Austria erwartete deutlich dynamischere Wachstum im kommenden Jahr begründet das Institut auch mit der "bereits gut fortgeschrittenen Haushaltskonsolidierung im Euroraum". 2014 seien im Durchschnitt des Euroraums keine wachstumshemmenden Sparpakete mehr notwendig. Das strukturelle Budgetdefizit im Euroraum soll den Ökonomen zufolge bereits 2013 im Schnitt nur 1,5 Prozent des BIP betragen - auch wenn es "einzelne Enttäuschungspotenziale wie etwa Spanien" gebe. Zudem sollte der Bankenmarkt mit zunehmender Konkretisierung der Bankenunion im Euroraum einen positiven Schub erleben, hofft die Bank Austria. (APA, 17.6.2013)

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    Langsam blüht die heimische Wirtschaft wieder auf.

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