Viagra: "Kultpille" nach 15 Jahren patentfrei

17. Juni 2013, 12:52
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In Österreich zweit Dutzend billigere Nachahmepräparate in den Startlöchern - Viagra wird billiger

Die Aufregung war groß, als im September 1998 "Viagra" (Pfizer, Freiname: Sildenafil) - die erste "Pille" gegen erektile Dysfunktion - auch in Österreich auf den Markt kam. Das reichte von Medienmeldungen über das Eintreffen beim pharmazeutischen Großhandel bis zur ersten Auslieferung an die Apotheken. Am kommenden Freitag (22. Juni) ist es mit dem Patentschutz in vielen Staaten Europas vorbei. In Österreich stehen schon mehr als zwei Dutzend billigere Nachahmepräparate in den Startlöchern.

Es handelte sich bei Sildenafil als Mittel gegen männliche Impotenz um eine echte Revolution in der Therapie. An sich war der Wirkstoff für Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelt worden. Zuvor waren an Medikamenten gegen die erektile Dysfunktion nur in den Penis zu injizierendes Papaverin und Prostaglandin E1 zur Verfügung gestanden. Der in Tablettenform einzunehmende Hemmstoff des Phosphodiesesterase 5-Enzyms (PDE5), welcher den Blutfluss im männlichen Geschlechtsorgan erhöht, war ein völlig neues Prinzip. Wirksamkeitsraten von an die 70 Prozent und akzeptable Risiken für Nebenwirkungen trugen zu dem Erfolg bei.

Nach einiger Zeit kamen zwei ähnliche und noch patentgeschützte Medikamente des US-Pharmakonzerns Eli Lilly und von Bayer heraus. Mit seinen blauen Pillen machte Pfizer vergangenes Jahr 2,1 Milliarden US-Dollar Umsatz (1,58 Milliarden Euro). "Die Faszination um die Kultpille bleibt auch nach 15 Jahren ungebrochen", hieß es am Montag in einer Aussendung von Pfizer Österreich. Scham von Betroffenen und der Preis haben weltweit längst auch den Schwarzmarkt für gefälschte Produkten eröffnet.

Rezeptpflicht bleibt

Jede Patentfrist hat ein Ende, in den USA übrigens läuft die Schutzfrist erst später aus. Pfizer bringt in Österreich ein eigenes Produkt zu einem günstigeren Preis heraus. Mindestens 30 Prozent geringerer Preis bei normaler Zulassung durch die Arzneimittelbehörde für solche Produkte wie für jene der Generikahersteller sollten auf jeden Fall einen positiven Effekt haben: Das Verschwinden dubioser Produkte vom Markt. Immerhin fanden sich in den Fälschungen in der Vergangenheit auch Gifte und Substanzen bis hin zu Straßenmarkierungsfarbe.

Mehr als zwei Dutzend zugelassener Nachahmeprodukte dürften in nächster Zeit auf den Markt kommen. Rezeptpflichtig bleiben die Medikamente natürlich. Ob in Zukunft die Krankenkassen das Mittel zahlen werden, bleibt abzuwarten. Bei anderen rezeptfrei werdenden Arzneimitteln ist es immer wieder der Fall, dass eine Kostenübernahme leichter wird. (APA/red, derStandard.at, 17.6.2013)

 

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    In der Behandlung der erektilen Dysfunktion erlangte die blaue Pille Berühmtheit.

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