Telefonica dementiert Bericht über AT&T-Offerte

17. Juni 2013, 12:25
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Aktie reagierte mit Anstieg

Der spanische Telekommunikationskonzern Telefonica hat einen Bericht über ein Übernahmeangebot des US-Konkurrenten AT&T über 70 Mrd. Euro zurückgewiesen. "Wir haben weder eine Anfrage erhalten noch eine mündliche oder schriftliche Interessensbekundung", sagte ein Telefonica-Sprecher am Montag.

Die Telefonica-Aktie eröffnete in Reaktion auf den Bericht dennoch mit einem Plus von drei Prozent und war damit der größte Gewinner im spanischen Leitindex. Auch bei europäischen Rivalen griffen Anleger zu: Die Papiere von o2 Deutschland, Deutsche Telekom, Telekom Austria, France Telecom, Telecom Italia und Vodafone gewannen bei meist überdurchschnittlichen Umsätzen zwischen 1,2 und 4,4 Prozent. Der Branchenindex legte 1,9 Prozent zu.

Plan der Regierung

Die Zeitung "El Mundo" berichtete unter Berufung auf mit der Sache vertraute Kreise, ein AT&T-Vertreter habe der spanischen Regierung den Plan vorgestellt, Telefonica zu kaufen und die Schulden von 52 Mrd. Euro zu übernehmen. Die Regierung habe das Angebot jedoch blockiert.

AT&T hält Ausschau nach Wachstumsmöglichkeiten außerhalb der USA. Spaniens Industrieminister Jose Manuel Soria sagte im staatlichen Fernsehen, dass er einen Verantwortlichen von AT&T im Februar getroffen habe und dieser erklärte, dass der US-Konzern sich in Europa umschaue. Der Manager habe aber "kein Wort über Telefonica" gesagt, sagte Soria.

Telefonica leidet wie auch andere Konkurrenten unter dem Wirtschaftsabschwung in Europa und dem Preiskrieg in der Branche. Im ersten Quartal sank der Europa-Umsatz von Telefonica um zwölf Prozent. Inmitten der schwierigen Zeiten hat es sich Telefonica zum Ziel gesetzt, seinen gewaltigen Schuldenberg von über 50 Mrd. Euro auf höchstens 47 Mrd. Euro zum Jahresende abzubauen. Dazu brachten die Spanier etwa voriges Jahr ihre deutsche Tochter o2 an die Frankfurter Börse. (APA, 17.6. 2013)

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