"Menschenzoo": Wiener stecken unerwünschte Stadtbewohner in Käfige

Ansichtssache17. Juni 2013, 13:56
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Ein Experiment über die Ausgrenzung von Randgruppen: Menschen, die ihre Zeit in "freier Wildbahn" auf Bahnhöfen und in Fußgängerzonen verbringen, wurden in ein Hamburger Gehege gesteckt

Menschen werden zu Tieren: Es ist kein langer Weg von Vogelabwehrspitzen, die Tauben vergrämen sollen, zu Parkbänken, auf denen sich Obdachlose nicht mehr hinlegen können. So lautet eine der Grundannahmen des Wiener Kollektivs "God's Entertainment".

Um die Hypothese möglichst anschaulich zu machen, hebt die Gruppe derzeit im Hamburger Veranstaltungszentrum Kampnagel die Unterscheidung, die wir zwischen Menschen und Tieren treffen, kurzerhand auf. Sie stecken Angehörige gesellschaftlicher Randgruppen in Käfige eines "Menschenzoos" und wollen damit einen Diskurs über Ausgrenzung und unhinterfragte Klischees anfachen.

Aschenbecherinhalte statt Brotkrumen

Unter den "unerwünschten menschlichen Stadtbewohnern" sind Obdachlose, Sozialhilfeempfänger, Frühpensionisten, Ex-Häftlinge und Punks. Die Darsteller, sogenannte "Exponate", sollen helfen, "den Kreislauf der Stereotype zu durchbrechen".

Wo es im Tierpark noch Säckchen mit altbackenem Brot und Fotos von Tierbabys zu kaufen gibt, können die Besucher in der ehemaligen Maschinenfabrik Kampnagel abgepackte Aschenbecherinhalte und Postkarten mit Homo-sapiens-Motiven kaufen: Menschen sind Tiere. (mm, derStandard.at, 17.6.2013)

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