Engländer Justin Rose gewinnt US Open

17. Juni 2013, 08:58
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32-Jähriger feierte seinen ersten Major-Sieg

Nicht Phil Mickelson, der drei Runden lang geführt hatte, sondern der Engländer Justin Rose hat die 113. US Open der Golfer in Ardmore bei Philadelphia gewonnen. Der 32-jährige Rose verdrängte Mickelson an dessen 43. Geburtstag in der dramatisch verlaufenen Schlussrunde auf den zweiten Platz und hatte seinen ersten Triumph bei einem Major-Turnier letztlich vollauf verdient.

Er lieferte in der Schlussrunde auf dem schwer bespielbaren Platz im Merion Golf Club mit 70 Schlägen (Par) die beste Leistung aller noch im Rennen verbliebenen Titelanwärter ab und ließ sich als erst zweiter englischer US-Open-Sieger nach Tony Jacklin 1970 feiern.

Mit dem Gesamtscore von 281 Schlägen (1 über Par) distanzierte Rose Kontrahent Mickelson und den jungen Australier Jason Day, der beim US-Masters im April Dritter geworden war, um zwei Schläge. Tiger Woods und Rory McIlroy, die Nummern 1 und 2 der Weltrangliste, waren bereits in der dritten Runde hoffnungslos zurückgefallen. Sie belegten schließlich die Ränge 32 und 41. McIlroy regte sich ob seines Spiels dermaßen auf, dass er nach einem total misslungenen Schlag seinen Schläger demolierte.

Emotionaler Triumph

Für Rose war es ein emotionaler Triumph am Vatertag der USA, mit einem Fingerzeig gen Himmel gedachte er seinem 2002 an Leukämie verstorbenen Vater Ken, von dem er das Golfspiel gelernt hatte. "Alles ist heute aufgegangen, an einem so emotionalem Tag." Er habe in den Himmel geblickt und sich gedacht, dass sein "alter Vater Ken" etwas damit zu tun habe. Nach einem tränenreichen Anruf bei seiner Mutter in England und einem Kuss für die Silbertrophäe sagte er: "Ich habe vergangene Nacht meiner Mutter geschrieben, dass ich das morgen für Vater machen werde. Sie hat zurückgeschrieben, das wäre fantastisch."

Für Mickelson platzte hingegen der Traum vom ersten US-Open-Triumph mit einer 74er-Runde am Sonntag. Es unterliefen ihm schon auf den ersten fünf Löchern zwei Doppel-Bogeys. Der Meister des kurzen Spiels hatte mit den schnellen, welligen Greens und dem dicken Gras neben den Spielbahnen seine liebe Mühe. Am 3. Loch beispielsweise benötigte Mickelson aus rund 30 Metern von außerhalb des Greens vier Schläge.

Selbst ein Traumschlag am 10. Loch - er traf aus über hundert Metern aus dem Gras zum Eagle (2 unter Par) - half ihm letztlich nicht. Die letzte Chance vergab Mickelson am 16. Loch, wo er aus rund vier Metern das Birdie verpasste. Bei seiner 23. US-Open-Teilnahme musste der vierfache Majorturnier-Sieger zum sechsten Mal mit dem Ehrenplatz vorliebnehmen. "Es bricht mir das Herz", meinte er. "Das hätte für mich die Sicht auf die US Open total verändern können - nachdem ich so viele Chancen gehabt habe."

Justin Rose verbesserte sich in der Weltrangliste vom fünften auf den dritten Rang, er hatte zuvor zwei Turniere auf der Europa-Tour (2002 und 2007) sowie drei Turniere auf der US-PGA-Tour (2010, 2011 und 2012) gewonnen. 1998 hatte er als unbekannter, 17-jähriger Amateur mit dem vierten Platz bei den British Open für eine Sensation gesorgt. Er wechselte zu den Profis und erlebte bis zu seinem Durchbruch 2002 viele Enttäuschungen - mit 21 in Folge verpasster Cuts. (APA; 17.6.2013)

  • Sieht einfach aus: Traumschlag von Mickelson.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Justin Rose hat den depperten Becher.

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