Hüftfrakturen: Geringere Sterblichkeit mit Lokalanästhetika

17. Juni 2013, 08:22
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Infiltrationen mit Medikamenten zur lokalen Betäubung haben sich nach Knieprothesen-Operationen bewährt

Istanbul - Patienten, die sich nach einer Hüftfraktur einem chirurgischen Eingriff unterziehen müssen, profitieren von einem speziellen Behandlungskonzept mit postoperativ eingesetzten Lokalanästhetika ("enhanced recovery protocol", ER). Sie benötigen weniger Schmerzmedikamente, haben eine geringere Sterblichkeit, müssen kürzer in stationärer Behandlung bleiben und benötigen seltener weitere Rehabilitations-Aufenthalte.

Das zeigt eine britische Studie, die beim 14. Kongress der Europäischen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie (EFORT) in Istanbul präsentiert wurde. Ein Team des Northumbria Healthcare Trust (Newcastle-upon-Tyne, GB) ging der Frage nach, ob diese Methode, die sich bereits nach Knie-Operationen bewährt hat, auch bei Eingriffen nach Hüftfrakturen angezeigt ist.

ER, ein Konzept, das unter anderem die Gabe von Lokalanästhetika via Katheter vorsieht, bringt auch nach Hüftoperationen erhebliche Vorteile, berichtete Studienautor William Harrison. "Die Ergebnisse sind so überzeugend, dass das Konzept jetzt weiter untersucht werden sollte. Wir setzen ER nun routinemäßig bei unseren Patienten ein, aber um das Konzept als Behandlungsstandard für andere Zentren empfehlen zu können, sind multizentrische, randomisierte Studien notwendig."

Weniger Schmerzmittel

Patienten, die nach einer Hüftfraktur operiert werden, leiden häufig auch unter postoperativen Schmerzen. Viele Betroffenen sind bereits in einem höheren Alter, für diese Patientengruppe können Schmerzmedikamente mitunter ein Risiko darstellen. Für die über einen Zeitraum von zwei Jahren durchgeführte Studie wurden die Daten von rund 400 Patienten analysiert, ihr Durchschnittsalter lag bei 80 Jahren. 20 Prozent der Studienteilnehmer bildeten die Kontrollgruppe, die anderen wurden nach dem ER-Protokoll in unterschiedlicher Intensität mit Infiltrationen oder Infusionen mit Lokalanästhetika behandelt.

Ein Ergebnis der Studie war die signifikante Reduktion der Mortalität während des stationären Aufenthaltes. Das Protokoll führte auch zu einer 40prozentigen Reduktion des Opioidverbrauchs. Die Reduktion der Sterblichkeit könnte allerdings auch von anderen Faktoren mit beeinflusst sein, gab Harrison zu bedenken. "Es kann ein direkter Zusammenhang mit dem ER-Konzept bestehen, allerdings wurden im Untersuchungszeitraum auch andere Verbesserungen eingeführt, zum Beispiel eine gezielte vierte Mahlzeit für Patienten mit Hüftfrakturen."

In der Studie zeigte sich auch eine deutliche Reduktion der Länge des Krankenhausaufenthalts. Bei ER-Patienten lag er bei durchschnittlich 9,3 Tagen, bei herkömmlich behandelten Patienten bei 12 Tagen. Außerdem konnten dreimal so viele Patienten aus der ER-Gruppe ohne weiteren Rehabilitations-Aufenthalt direkt nach Hause entlassen werden, wie aus der Kontrollgruppe. (red, derStandard.at, 17.6.2013)

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