Zehntausende demonstrieren Rückhalt für Erdogan

16. Juni 2013, 19:46
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Regierungschef: "Wir überlassen den Platz keinen Terroristen" - Erneut Straßenschlachten in Istanbul

Istanbul/Ankara - Nach der gewaltsamen Räumung des Istanbuler Gezi-Parks spitzt sich der Machtkampf zwischen den Demonstranten und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan weiter zu. Einen Tag nach der Erstürmung des Parks und des benachbarten Taksim-Platzes lieferten sich Demonstranten am Sonntag immer wieder Straßenschlachten mit der Polizei, zwei der größten Gewerkschaften riefen für Montag zum landesweiten Generalstreik auf. Vor zehntausenden Anhängern in Istanbul zeigte sich Erdogan derweil unnachgiebig.

Es sei seine "Aufgabe als Regierungschef" gewesen, die Räumung anzuordnen, nachdem die Demonstranten alle Aufrufe missachtet hätten, sagte Erdogan vor den mehr als hunderttausend Anhängern seiner konservativ-islamischen AKP. Daher seien "Taksim-Platz und Gezi-Park gesäubert" worden. "Wir überlassen den Platz keinen Terroristen", fügte Erdogan in Anspielung auf einige Plakate von verbotenen Bewegungen während der Kundgebungen auf dem Taksim-Platz hinzu.

Am Samstagabend hatte die Polizei den seit zwei Wochen besetzten Gezi-Park und den benachbarten Taksim-Platz gestürmt. Unter dem massiven Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern räumten Polizisten den Park binnen weniger Minuten, wie AFP-Korrespondenten berichteten. Grünen-Chefin Claudia Roth als eines der Opfer sagte "Focus Online", niemand habe "damit gerechnet, dass der Park mit einer solchen Brutalität geräumt wird".

In der Nacht und am Sonntag gingen die Straßenschlachten weiter. Die Polizei riegelte Taksim-Platz und Gezi-Park ab. In der Hauptstadt Ankara sowie in Izmir beteiligten sich Tausende an Solidaritätskundgebungen. Mit Tränengas und Wasserwerfern vertrieb die Polizei hunderte Demonstranten in Ankara, als sie Blumen an der Stelle niederlegen wollten, an der am 1. Juni ein Demonstrant tödlich verletzt worden war.

Nach Angaben des Istanbuler Protestbündnisses wurden seit Samstagabend hunderte Demonstranten verletzt. Der Gouverneur der Millionenmetropole, Huseyin Avni Mutlu, sprach von 44 Verletzten. (APA, 16.6.2013)

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    Massendemonstration in Istanbul für Regierungschef Erdogan.

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