Tausend afrikanische Flüchtlinge in Süditalien eingetroffen, mehrere Tote

17. Juni 2013, 11:40
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Menschen klammerten sich an Thunfischbehälter eines Trawlers - Sieben Flüchtlinge laut Augenzeugen ertrunken

Lampedusa - Die Flüchtlingswelle aus Nordafrika in Richtung Süditalien steigt aufgrund der guten Wetterlage wieder stark an. An diesem Wochenende erreichten über 950 Flüchtlinge aus Afrika die Küste Siziliens, berichteten die italienischen Behörden.

Allein am Sonntagvormittag wurden 259 Migranten, die sich an Bord von drei Booten befanden, auf Lampedusa gebracht. Sie befinden sich im Flüchtlingslager der Insel zwischen Sizilien und Tunesien. Auch 95 Personen, die sich an den Thunfischbehälter eines tunesischen Trawlers geklammert hatten, konnten in Sicherheit gebracht werden.

Sieben Menschen ertrunken

Nach Angaben der Geretteten sind dabei jedoch mindestens sieben Flüchtlinge ertrunken. Die Besatzung des tunesischen Fischkutters habe das Verbindungsseil gekappt und die Flüchtlinge zurück ins Meer gestoßen, sagten die Augenzeugen den Medienberichten zufolge. Die italienischen Behörden konnten die Nachricht der sieben Toten nicht bestätigen, da im Meer keine Leichen gefunden wurden. Ermittlungen wurden in die Wege geleitet.

15 Frauen und Kinder darunter

Am Samstag waren auf Lampedusa und Sizilien weitere 690 Migranten gelandet. Dabei handelt es sich großteils um afrikanische Flüchtlinge, berichtete die Küstenwache. Viele gaben an, aus Eritrea zu stammen. Etwa 160 Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern waren am Samstag unweit von Reggio Calabria in Süditalien eingetroffen. Dabei waren auch 15 Frauen und Kinder, darunter ein während der Überfahrt von der Türkei geborenes Baby. Die Migranten stammen vor allem aus Syrien, Afghanistan, Ägypten und Pakistan.

Italien trägt die Hauptlast der illegalen Einwanderung über das Mittelmeer nach Europa. Zehntausende Menschen aus Afrika haben in den vergangenen Jahren diesen gefahrvollen Weg in kleinen Booten angetreten, um der Armut oder den Kriegen in Afrika zu entfliehen. Tausende Menschen sind auf der Flucht ums Leben gekommen. (APA, 16.6.2013)

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