Die Zukunft von SPÖ und ÖVP: Irgendwer ist immer jünger

Kommentar16. Juni 2013, 18:19
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Das Alter als politische Waffe sollte sich jedem verbieten

Man könnte es als innenpolitische Quantité négligeable abtun, als eine der vielen eigentlich ignorierenswerten Wortspenden, die Politiker halt so geben, wenn sie besonders stark klingen wollen. Weil Wahlkampf ist. Weil das "Part of the game" ist. Weil ...

Man kann die Aussage von ÖVP-Chef Michael Spindelegger über den SPÖ- Pensionistenverbandspräsidenten aber auch ernst nehmen, samt Subtext. "In der SPÖ ist Karl Blecha, der eben seinen 80. Geburtstag feierte, für das Regierungsprogramm zuständig, bei uns der 26-jährige Sebastian Kurz" , hatte Spindelegger bei der Präsentation des jungen ÖVP-Integrationsstaatssekretärs als Chefautor eines "Zukunftspakets" für die Volkspartei gehöhnt.

Das klingt nicht nur hämisch, es war so gemeint. Es sollte den roten "Alten" und seine Partei beschämen. Es sollte (denen) peinlich sein. - Es ist peinlich. Das Alter als politische Waffe sollte sich jedem verbieten. Zumal sich Sebastian Kurz zu Recht daran erinnert haben wird, wie er bei Amtsantritt mit nur 24 Jahren in seltener (auch medialer) Untergriffigkeit wegen seines Alters abgewertet wurde.

Alter ist keine bestimmende politische Kategorie. Es gibt gute und überforderte Junge, es gibt schlechte und souveräne Alte. Kurt Tucholsky schrieb: "Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen." Oder gut. Mit 26. Oder mit 80. Also: Zuerst machen lassen. Dann urteilen. Irgendwer ist immer jünger. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 17.6.2013)

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