Mindestens 30 Tote bei Anschlägen im Irak

16. Juni 2013, 14:02
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Betroffen sind vor allem Schiiten-Hochburgen - Gewalt im Irak an der Tagesordnung - über 1000 Tote im Mai

Bagdad - Im Irak sind bei Anschlägen und Schießereien am Sonntag nach Angaben von Polizei und Ärzten mindestens 30 Menschen getötet worden. Betroffen waren vor allem von Schiiten bewohnte Regionen.

In der Öl-Stadt Basra, 420 Kilometer südöstlich von Bagdad, detonierten kurz hintereinander zwei Autobomben. Dabei kamen mindestens fünf Menschen ums Leben. "Wir haben einen Knall gehört und sind nach draußen gestürmt", sagte ein Mitarbeiter einer Bäckerei nahe dem Tatort. "Ich habe gesehen, wie Autos in Flammen standen, tote Körper mit Blut überströmt waren und verwundete Menschen auf dem Boden lagen und nach Hilfe schrien." Als die Polizei eintraf, habe es eine zweite, noch stärkere Explosion gegeben.

In der Nähe der Stadt Mossul im Norden des Landes kam es zudem zu einer tödlichen Schießerei. Dabei starben sechs Polizisten an einem Kontrollpunkt. Für die verschiedenen Anschläge übernahm zunächst keine Gruppe die Verantwortung. Am Samstag war bereits eine iranische Dissidenten-Gruppe in der Hauptstadt Bagdad ins Visier von Aufständischen geraten. Dabei wurden drei Menschen getötet.

Zehn Jahre nach der von den USA angeführten Invasion, die zum Sturz des sunnitischen Diktators Saddam Hussein führte, ist eine friedliche Koexistenz der verschiedenen Glaubensrichtungen noch immer nicht in Sicht und Gewalt an der Tagesordnung. Mehr als 1000 Menschen starben nach Angaben der Vereinten Nationen allein im Mai bei Anschlägen. Es war damit einer der schlimmsten Monate im Irak seit Jahren.

Für die Gewaltwelle in den vergangenen Monaten werden vor allem radikale Sunniten verantwortlich gemacht. Sie kämpfen gegen die von Schiiten dominierte Regierung und heizen den Konflikt zwischen den Religionsgruppen an. Auch im Bürgerkrieg in Syrien kämpfen Schiiten und Sunniten gegeneinander. (Reuters, 16.6.2013)

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