ORF-Betriebsräte kritisieren ERT-Schließung

Solidaritätsadresse an griechische Kollegen - Vorgehen der griechischen Regierung "völlig indiskutabel"

Wien/Athen - Die Zentralbetriebsräte des ORF haben am Freitag mit einer Solidaritätsadresse an ihre griechischen Kollegen auf die Schließung des griechischen Staatssenders ERT reagiert. "Mit Schrecken und Empörung" habe man von den Ereignissen erfahren. "Für uns ist das eine staatsstreichartige Vorgangsweise gegen Meinungs- und Medienfreiheit in einem Lande, das unter dem Spardiktat von EU, EZB und IWF zu leiden hat", hieß es in dem Schreiben.

Dass die griechische Regierung und damit die Regierung eines Landes, das als Wiege der Demokratie gilt, in dieser Situation den öffentlich rechtlichen Rundfunk einfach zusperrt, sei "völlig indiskutabel". Die Protestmaßnahmen und der Streik gegen die Schließung hätten die "uneingeschränkte Solidarität" der ORF-Betriebsräte. "Wir wollen keine europäische Politik, die soziale und öffentliche Leistungen kappt und die Medien zu Spielbällen des privaten Profitinteresses macht. Das Recht auf umfassende und objektive Information ist ein Menschenrecht, und das gilt es mit allen Mitteln zu verteidigen." (APA, 15.6.2013)

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