Sieben Verurteilungen nach Übergriffen bei G-8-Gipfel 2001 in Genua

14. Juni 2013, 20:13
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Wegen Verjährung werden die meisten Angeklagten keine Strafe absitzen müsse

Rom/Genua - Zwölf Jahre nach dem von schweren Übergriffen auf Globalisierungsgegner geprägten G-8-Gipfel in Genua sind sieben Polizisten und Gefängnisbeamte am Freitag zu letztinstanzlichen Haftstrafen verurteilt worden, weitere vier wurden am Ende eines Verfahrens vor dem Kassationsgericht in Rom freigesprochen. 33 weitere Angeklagten werden keine Haftstrafen absitzen müssen, da die Vorwürfe verjährt sind.

Die Entschädigungen, zu deren Zahlung sie bei einem Berufungsprozess im Jahr 2010 verurteilt worden waren, wurden zum Teil reduziert, berichteten italienische Medien.

Gewalt im Gefängnis

In dem Prozess ging es um Amtsmissbrauch, Gewalt und Misshandlungen von Globalisierungsgegnern im Gefängnis Bolzaneto der norditalienischen Stadt. Die höchste Strafe von drei Jahren Haft und zwei Monaten wurde im letztinstanzlichen Prozess gegen einen hochrangigen Polizeifunktionär verhängt.

Über Misshandlungen nach der Festnahme hatten auch 16 österreichische Mitglieder der Theatergruppe "VolxTheater-Karawane" geklagt. Sie waren nach dem G-8-Gipfel festgenommen und drei Wochen lang in Untersuchungshaft gehalten worden.

Zu den Übergriffen und der Gewalt gegen Demonstranten war es im Juli 2001 während des Gipfels der G-8-Gruppe gekommen, der von schweren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Gipfelgegnern geprägt war. Dabei war auch ein Demonstrant von einem Polizisten durch einen Schuss in den Kopf getötet worden. Der Polizeibeamte berief sich auf Notwehr und wurde freigesprochen. (APA, 14.6.2013)

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