Präsidentenwahl im Iran mit mehrstündiger Verspätung beendet

14. Juni 2013, 21:45
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Angeblich höhere Wahlbeteiligung als im Jahr 2009 - Erste Ergebnisse am Samstag

Teheran - Die Wahl eines neuen Präsidenten im Iran hat offenbar mehr Stimmberechtigte mobilisiert als 2009. Dabei hatten die 50 Millionen Wähler nur eine beschränkte Alternative zwischen mehreren konservativen Bewerbern und einem gemäßigten Kandidaten. Nach Beobachtungen von Augenzeugen bildeten sich vor mehreren Wahllokalen in der Hauptstadt Teheran längere Schlangen als vor vier Jahren.

Khamenei fordert zur Teilnahme auf

Die erste Runde der Präsidentenwahl im Iran ist am Freitagabend mit mehrstündiger Verspätung beendet worden. Die letzten noch geöffneten Wahllokale wurden um 23 Uhr (Ortszeit; 20.30 Uhr MESZ) vom Innenministerium aufgefordert, keine weiteren Wähler einzulassen. "Die Wahllokale in Teheran müssen schließen", hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums, die im Fernsehen verlesen wurde.

Außerhalb der Hauptstadt endete die Abstimmung um 22 Uhr. Unmittelbar danach wurde mit der Stimmauszählung begonnen. Die ursprünglich geplante Schließung sämtlicher Wahllokale um 18 Uhr war wegen großen Andrangs mehrfach verschoben worden.

Der geistliche Führer Ayatollah Ali Khamenei hatte zur massenhaften Teilnahme aufgerufen, um dem Westen entschlossen entgegentreten zu können. "Sie wollen gegen den Feind stehen", sagte Innenminister Mostafa Mohammed Najjar zur längeren Öffnungszeit der Wahllokale, die ursprünglich um 15.30 Uhr MESZ schließen sollten. Mit "Feind" meinte er Israel, die USA und ihre Verbündeten, die dem Iran das Streben nach Atomwaffen vorwerfen.

Erste Ergebnisse sollten frühestens am Samstagmorgen bekannt gegeben werden. Alle sechs Kandidaten riefen ihre Anhänger auf, bis dahin Ruhe zu bewahren. Die Bürger sollten "Gerüchten über Siegesparaden" keinen Glauben schenken und sich vor der offiziellen Bekanntgabe der Ergebnisse nicht versammeln, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Erhält im ersten Wahlgang keiner der sechs Kandidaten eine absolute Mehrheit, gibt es am 21. Juni eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten.  (APA, 14.6.2013)

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    Der Andrang vor den Wahllokalen ist laut Augenzeugen noch größer als 2009.

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