Deutsche Zeitungsverleger kündigen Kollektivvertrag der Redakteure

14. Juni 2013, 17:15
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Struktureller Wandel und digitale Herausforderungen müssten Grundlage für neues Tarifwerk bilden - Journalisten-Verband: "Umbau ja, Abbau nein"

Berlin - Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat am Freitag den Manteltarifvertrag für Redakteure an Tageszeitungen fristgerecht zum 31. Dezember 2013 gekündigt und die Gewerkschaftsseite aufgefordert, "zügig die Verhandlungen aufzunehmen."

Oberstes Ziel von Verlegern und Journalistengewerkschaften müsse es sein, den Flächentarifvertrag zu erhalten, sagt BDZV-Verhandlungsführer Georg Wallraf. Dies sei nur möglich, wenn sich der strukturelle Wandel sowie die veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen in der Zeitungsindustrie tatsächlich in den Tarifverträgen widerspiegele.

Wallraf: "Wir wollen mit den Journalistengewerkschaften gemeinsam ein Tarifwerk entwickeln, das in die Zukunft weist". Es gehe nicht um Abbau, sondern um "einen Umbau und eine Anpassung an die Regeln in einem veränderten Medienmarkt, in dem immer mehr Player um die Aufmerksamkeit von Lesern und Nutzern sowie von Werbekunden kämpften. Wir leben und arbeiten in neuen Zeiten, deshalb müssen wir auch in der Tarifpolitik neue Wege gehen." 

Journalisten-Verband: "Umbau ja, Abbau nein

Der Deutsche Journalisten-Verband begrüßt das Bekenntnis der Zeitungsverleger zum Flächentarifvertrag begrüßt. Das sei die wichtigste Voraussetzung für konstruktive Tarifverhandlungen, sagte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. Die Kündigung des Manteltarifvertrags komme nicht unerwartet. Döhring: "Auch wir sind an einer Modernisierung der Tarifverträge interessiert." Beispielsweise sei es mit der heutigen Arbeitswirklichkeit in den Redaktionen nicht mehr vereinbar, dass Gehälter und Arbeitsbedingungen der Print-Redakteure in Tarifverträgen geregelt seien, die Kollegen der Online-Redaktionen im gleichen Verlag jedoch tariflos arbeiteten.

"Für die Tarifverhandlungen mit den Zeitungsverlegern lautet unsere Maxime: Umbau ja, Abbau nein", sagte Döhring, "wenn dies die Verleger genauso sähen, sei der Weg zu konstruktiven Verhandlungen offen. (red, derStandard.at, 14.6.2013)

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