Rolle des Wassers im Erdmantel offenbar falsch eingeschätzt

14. Juni 2013, 14:59
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Untersuchung deutet darauf hin, dass Wasser doch nicht das erwartete Schmiermittel der Plattentektonik sein dürfte

Potsdam - Zum größten Teil besteht die obere Schicht des Erdmantels aus Olivin - ein Sammelbegriff für verschiedene Minerale mit ähnlicher Zusammensetzung. Alles, was Olivin beeinflusst, muss daher ein wichtiger Faktor für tektonische Vorgänge sein. Wie etwa Wasser - so dachte man bislang zumindest. Die Rolle von Wasser in der Tektonik muss aber vielleicht neu bewertet werden, wie das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) berichtet.

Wie in der aktuellen Ausgabe von "Nature" berichtet wird, überprüften Forscher die Bedeutung des Wassers für die mechanische Stabilität von Olivin. Frühere Laborversuche ließen den Schluss zu, dass die Anwesenheit von Wasser zur Schwächung der mechanischen Festigkeit von Olivin führt. Zur Überprüfung dieser Vermutung wurde nun das Sekundärionen-Massenspektrometer (SIMS) des GFZ in Potsdam verwendet.

Dabei zeigte sich, dass Wasser einen sehr viel geringeren Einfluss auf die mechanische Festigkeit von Olivin hat als angenommen. GFZ-Forscher Michael Wiedenbeck: "Diese Ergebnisse erfordern eine Neubewertung der Rolle von Wasser im Erdinneren." Eine wichtige Konsequenz daraus ist, dass die Vorstellung, Wasser diene quasi als "Schmiermittel" für die Plattentektonik, neu überdacht werden muss. (red, derStandard.at, 14. 6. 2013)

 

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