Gelegenheit für Ronald

14. Juni 2013, 18:09
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In Wien warten rund 950 Kunstwerke im Wert von etwa zehn Millionen Euro auf neue Besitzer

In den drei Jahrzehnten ihres Bestehens produzierte die Wiener Werkstätte rund 2900 Schmuckentwürfe: Broschen, Anhänger, Halsketten, Diademe, Ringe, Krawattennadeln oder Gürtelschließen, großteils Unikate, die sich allerdings nur die finanzkräftige Stammklientel leisten konnte.

2009 widmete das Wien-Museum diesem Sortiment eine in Kooperation mit der Neuen Galerie (New York) konzipierte Ausstellung. Auf dem Kunstmarkt stehen die Unikate schon länger hoch im Kurs. Via Kinsky reiste beispielsweise 2001 ein von Kolo Moser 1904 für (seine Schwiegermutter) Magda Mautner-Markhof entworfenes Silbercollier mit Opalen und Lapislazuli für 257.300 Euro in die USA. Erraten, in die Sammlung Ronald Lauders.

Von Josef für Sonja

Aus monetärer Sicht muss eine im Zuge der kommende Woche an der Freyung anberaumten Auktionstage (18.-20.6.) offerierte Kette mit Anhänger quasi als Schnäppchen bezeichnet werden, beläuft sich die Taxe "nur" auf 50.000 und 100.000 Euro.

Für einen Zuschlag in höheren Preisregionen bedarf es allerdings mehrerer ernst zu nehmender Interessenten. Das Design stammt von Josef Hoffmann (1907), der in dem außergewöhnlichen (weil beidseitigen) Anhänger verschiedenfarbige Opale, Mondsteine und andere Halbedelsteine verarbeiten ließ, im Auftrag der Industriellengattin Sonja Knips übrigens. Insgesamt warten in der dreitätigen Spartensause knapp 950 Positionen, für die man einen Umsatz von zumindest fünf, wenn nicht zehn Millionen Euro erhofft.

Dazu soll in der Sparte Bilder des 19. Jahrhunderts etwa auch eine (einzeln aufgerufene) Serie von zwölf Adelsporträts zum Gegenwert von taxierten 51.500 bis 103.000 Euro beitragen.

Bei Gemälden Alter Meister gilt Jan Brueghel der Jüngere mit einem in den 1640er-Jahren gemalten Stillleben (mit Blumenkorb und Tazza), für das dem Einbringer zwischen 70.000 und 140.000 Euro in Aussicht gestellt wurden, als heißester Anwärter auf ein Topresultat. (kron, Album, DER STANDARD, 15./16.6.2013)

  • Opale, Mond- und andere Halbedelsteine komponierte Josef Hoffmann um 1907 zu einem durchaus zeitlosen Schmuckstück.
    foto: im kinsky

    Opale, Mond- und andere Halbedelsteine komponierte Josef Hoffmann um 1907 zu einem durchaus zeitlosen Schmuckstück.

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