Europäische Rundfunkunion fordert Wiederzulassung von ERT

14. Juni 2013, 13:11
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Brief soll an Finanzminister übergeben werden

Athen - Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat die griechische Regierung aufgerufen, ihre umstrittene Entscheidung zur Schließung des Staatssenders ERT zurückzunehmen und die Übertragung der Sendungen wiederzuzulassen. Ein entsprechender Brief werde am Nachmittag dem griechischen Finanzminister Giannis Stournaras übermittelt, sagte EBU-Präsident Jean-Paul Philippot am Freitag bei einer Pressekonferenz am ERT-Sitz in Athen. Die EBU ist ein Zusammenschluss dutzender Rundfunkanstalten in 54 Ländern Europas und des Mittelmeerraums.

Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras hatte am Dienstag ohne die Zustimmung seiner Koalitionspartner überraschend die sofortige Schließung von ERT verkündet und die Übertragung einstellen lassen. Er begründete die Entscheidung mit der Intransparenz und der Verschwendung bei dem Sender. Seitdem haben Hunderte Angestellten die Sendezentrale am Rande von Athen besetzt. Sie versuchen, den Sendebetrieb über das Internet und einen Kanal der EBU aufrechtzuhalten, um über ihre Proteste und die Diskussion zum Sender zu berichten.

Die Parteien PASOK und Dimar (Demokratische Linke), die mit Samaras' konservativer Nea Dimokratia die Regierung bilden, lehnen beide die Schließung des ERT ab, auch wenn sie der Notwendigkeit einer Restrukturierung des Senders zustimmen. Am Freitag verlautete aus Regierungskreisen, Samaras wolle sich am Montag mit dem PASOK-Vorsitzenden Evangelos Venizelos und Dimar-Chef Fotis Kouvelis treffen, um eine gemeinsame Lösung zu finden und den Aufbau eines neuen Staatsrundfunks zu besprechen. (APA, 14.6.2013)

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