Presserat rügt "Krone" für Suizidberichterstattung

14. Juni 2013, 12:13
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Schwerwiegender Verstoß gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse

Wien - Zwei Artikel über den Suizid einer 13-jährigen Schülerin, erschienen am 30. und am 31. Jänner in der "Kronen Zeitung", und ein dazu am 2. Februar erschienener Leserbrief sind ein schwerwiegender Verstoß gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse, entschied der Österreichische Presserat. Als Grund für den Suizid wird darin Mobbing durch Mitschüler angeführt. Es wurden auch Einzelheiten über die Art und Weise des Suizids des Mädchens veröffentlicht.

Vor allem im Artikel vom 31. Jänner werde der Suizid in allen Einzelheiten und in einer Art und Weise beschrieben, die Nachahmungen zur Folge haben könnte. Die Berichterstattung verletze auch das Pietätsgefühl der Angehörigen und erschwere deren Trauerarbeit, so der Presserat.

Im vorliegenden Fall hat der Senat 2 des Presserats auf eigene Initiative ein Verfahren durchgeführt (selbständiges Verfahren aus eigener Wahrnehmung). In diesem Verfahren äußert der Senat seine Meinung, ob ein Artikel den Grundsätzen der Medienethik entspricht. Bisher hat sich die Medieninhaberin der "Kronen Zeitung" der Schiedsgerichtsbarkeit des Presserats nicht unterworfen. (red, derStandard.at, 14.6.2013)

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