Radiomoderator nach Frage an Australiens Regierungschefin beurlaubt

14. Juni 2013, 11:48
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Journalist hatte Homosexualität von Gillards Lebenspartner angedeutet - Kritik am sexistischen Spenden-Dinner der Opposition

Sydney - Eine unter die Gürtellinie zielende Frage an Australiens Regierungschefin Julia Gillard hat einen Radiomoderator seinen Job gekostet. Howard Sattler fragte die Premierministerin in seiner Live-Sendung am Donnerstagabend, ob ihr Lebenspartner Tim Mathieson schwul sei - woraufhin der Radiosender Fairfax Radio sich öffentlich bei Gillard entschuldigte und den Journalisten bis zum Abschluss eines internen Verfahrens suspendierte.

"Respektlos und irrelevant für die öffentliche Debatte"

"Tim ist schwul. Das sage nicht ich, das ist halt ein Mythos", sagte Sattler und verwies auf Mathiesons Friseurberuf, der gar keinen anderen Schlusszulasse. "Das ist absurd", antwortete Gillard, die sich Generalisierungen über Friseure verbat. Doch der Moderator ließ nicht locker und fragte zurück, ob die Politikerin "bestätigen kann, dass er es nicht ist". Gillards Replik: "Oh, Howard, mach dich nicht lächerlich, natürlich nicht."

Dennoch wollte Sattler nicht klein beigeben und setzte seine indiskrete Befragung so lange fort, bis die Regierungschefin ihn schließlich bat, doch wieder "auf den Boden" zu kommen. Fairfax Radio sah sich danach zu der Klarstellung gezwungen, dass die Fragen des Moderators "respektlos und irrelevant für die öffentliche Debatte" gewesen seien.

Sexistisches Spenden-Dinner

Für Gillard ist es bereits der zweite unangenehme Vorfall binnen einer Woche, nachdem zuvor schon ein fragwürdiges Menü für Wirbel gesorgt hatte: Gillard äußerte sich am Mittwoch empört darüber, dass bei einem Spenden-Dinner der liberal-konservativen Opposition ein nach ihr benanntes Gericht auf der Speisekarte als Wachtel mit "kleinen Brüsten und fetten Schenkeln" angepriesen wurde. Das Menü sei "grob sexistisch und beleidigend", kritisierte Australiens erste weibliche Regierungschefin, deren Labour-Partei vor den Wahlen im September Umfragen zufolge abgeschlagen im Hintertreffen liegt. (APA, 14.6.2013)

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