Strumpfhersteller Wolford operativ im Minus

14. Juni 2013, 08:46
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Anlaufkosten für China-Einstieg, Werbeaufwendungen, Lagerabwertungen, Aufarbeitung der Betriebsprüfung belasteten

Wien/Bregenz - Der börsenotierte Vorarlberger Strumpf- und Wäschehersteller Wolford hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 (per Ende April) rote Zahlen geschrieben. Obwohl der Umsatz um 1,6 Prozent auf 156,5 Millionen Euro verbessert werden konnte, drehte das Betriebsergebnis (EBIT) nach vorläufigen Zahlen mit -0,9 Millionen Euro ins Minus, nach +6,9 Millionen Euro im Jahr davor. Der Vorstand wolle die Dividendenzahlung für 2012/13 aussetzen, teilte Wolford am Freitag adhoc mit.

Wolford habe kurzfristig nicht die notwendigen Umsatzsteigerungen erwirtschaften können, um gestiegene Kosten aus der in die Zukunft gerichteten internationalen Distributionserweiterung zu kompensieren, so das Unternehmen.

Ergebnisse unter Erwartungen

Die Ergebnisse seien unter den Erwartungen geblieben, so das Unternehmen. Auch beim EBITDA kam es zu einem Rückgang um 48 Prozent auf 7,9 (15,2) Millionen Euro. Statt eine Dividende auszuschütten sollen die finanziellen Mittel für "profitables Wachstum" genutzt werden.

Umsatzzuwächse von sechs Prozent im eigenen Retail-Geschäft seien durch Rückgänge von fünf Prozent im Wholesale-Bereich deutlich gemindert worden. Im Kernmarkt Europa mit einem Umsatzanteil von rund 76 Prozent habe sich vor allem in Südeuropa die schwache Konjunktur negativ ausgewirkt. Zusätzlich habe der ungewöhnlich lange und harte Winter 2013 die Kundennachfrage in der gesamten Branche spürbar beeinträchtigt.

Ferner hätten Anlaufkosten zur Vorbereitung des Markteintritts in Greater China, gestiegene Mieten im eigenen Retail-Geschäft, höhere Werbeaufwendungen zur Stärkung der Marke sowie Lagerabwertungen und Beratungsaufwendungen für die Neuausrichtung des Wholesale-Geschäftes und die Aufarbeitung der letztjährigen Betriebsprüfung das Ergebnis vermindert.

Wachstumsstrategie

Zusätzlich habe der Vorstand entschieden, verlustbringende Standorte in Europa und den USA zu schließen sowie Außenlager aufzulösen und Altware zu vernichten, woraus in Summe nicht-wiederkehrende Aufwendungen von rund 1,5 Millionen Euro entstanden seien.

Mit einem Free Cashflow von 0,5 (0,4) Millionen Euro verfüge Wolford über eine anhaltend solide Finanzierungs- und Bilanzstruktur für die Fortsetzung der Wachstumsstrategie. Auf dieser Basis strebe der Vorstand bereits im laufenden Geschäftsjahr wieder ein positives operatives Ergebnis an, heißt es weiter.

Die endgültigen Ergebnisse des Geschäftsjahres 2012/13 werden am 19. Juli 2013 im Rahmen der planmäßigen Bilanzpressekonferenz in Wien veröffentlicht. (APA, 14.6.2013)

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