Die ersten Opfer der Musikindustrie

5. August 2003, 10:56
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Teil einer Liste wurde veröffentlicht – "Oma und Opa" werden verklagt – Websites bieten Hilfe

Nachdem die Branchenvertretung der Musikindustrie "Recording Industry Association of America" (RIAA) begonnen hat, einzelne Tauschbörsen-UserInnen vor Gericht zu zitiert (Der Webstandard berichtete), um so durch abschreckende Beispiele das illegale Tauschen von Daten im Internet zu unterbinden, wurden nun einige Details bekannt.

Es kann alle treffen

Von den mittlerweile 911 Gerichtsvorladungen sind natürlich nicht nur College-StudentInnen betroffen (Der Webstandard berichtete), in Härtefällen sollen scheinbar selbst Großväter und andere Familienangehörige vor den Kadi gezerrt werden. So berichtet Associated Press, dass unter anderem ein Vater, Großvater und auch Mitbewohner der "Übeltäter" eine Vorladung erhalten haben.

Der 67jährige Vater verteidigt seine des File-Sharings beschuldigte Tochter: "Es ist ausgeschlossen, dass wir oder meine Tochter etwas tun, von dem wir wissen, das es illegal ist. Ich glaube nicht, dass irgendjemand weiß, dass das illegal ist (Filesharing, Anm.), es ist nur eine Möglichkeit, Musik zu bekommen".

Ein 50jähriger Großvater aus Kalifornien verteidigt sich damit, dass er lediglich europäische Songs heruntergeladen haben, da diese origineller seien.

Keine Rücksicht

Unterdessen betont der Cary Sherman, Präsident der RIAA, dass seine Anwälte alle "Downloader" ohne Rücksicht auf persönliche Umstände verklagen werden, da so die Abschreckung andere UserInnen erreicht werde.

Unklar

Sollten die UserInnen allerdings von sich aus eine außergerichtliche Lösung wählen, sind die Dinge noch unklar. "Wenn Jemand eine Einigung ohne Gericht anstrebt, kann er uns ruhig anrufen, aber es ist noch nicht klar wie wir darauf reagieren werden", gibt Sherman zu.

Die Liste

Mittlerweile wurde auch eine Liste mit einigen Namen der UserInnen, die eine Vorladung erhalten haben bzw. werden, veröffentlicht. In dieser Liste werden vor allem Kazaa UserInnen genannt.

Hilfe

Auch erste Hilfsorganisationen sind bereits im Internet zu finden. Subpoenadefense.org möchte die Rechte der Konsumenten schützen, bei ChillingEffects.Org werden die Vorladungen ebenfalls genau unter die Lupe genommen.

Tauschbörsen sin auch nicht faul

Als neueste Entwicklung versuchen nun natürlich auch diverse Tauschbörsen vermehrt ihre UserInnen zu schützen. Neu erschienene Versionen von Kazaa, Morpheus, Freenet , Grokster Pro oder eMule haben genau das zum Ziel.(kk)

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    montage: redaktion
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