Bisher tiefste Eisbohrung in Grönland

24. Oktober 2003, 11:19
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Zur Entschlüsselung der Klimageschichte

Bremerhaven - Tiefer als jemals zuvor sind Polarforscher ins Eis von Grönland vorgedrungen. Aus 3.084,99 Meter Tiefe holt sich ein internationales Wissenschafterteam unter Leitung des Niels-Bohr-Instituts (Kopenhagen) Bohrkerne aus dem Eis. Sie sollen die Klimageschichte der vergangenen 100.000 Jahre entschlüsseln helfen und Hinweise auf die Entstehung der letzten Eiszeit geben.

Für Überraschung habe dabei die Entdeckung von Grundwasser über dem Boden gesorgt, sagte der deutsche Physiker Frank Wilhelms vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. Wilhelms sieht darin ein Anzeichen für geothermische Aktivitäten, die auf einen Vulkan unter dem grönländischen Inlandeis hindeuteten. Ähnliche Indizien hätten sich aus Radarmessungen ergeben, die AWI-Flugzeuge vor zwei Jahren über Grönland gesammelt haben.

Noch tiefer als im arktischen Grönland haben bereits 1997/98 russische Forscher in der Antarktis gebohrt. Nahe ihrer Station "Vostock", rund 1.300 Kilometer vom Südpol entfernt, stießen sie bis auf 3623 Meter tief durch das Eis. "Vostock" bietet auch noch einen weiteren Rekord: Mit minus 89,2 Grad Celsius wurde dort vor fast genau 20 Jahren (21. Juli 1983) der kälteste Punkt der Welt ermittelt. (APA/dpa)

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