Eckpunkte der Rentenreform in Frankreich

1. August 2003, 14:14
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Millionen Beamte sollen Jahre länger arbeiten

Paris - Nach monatelangem Tauziehen hat das französische Parlament am Donnerstag die umstrittene Rentenreform auf den Weg gebracht. Für rund fünf Millionen Beamte wird die Pensionierung schrittweise um bis zu viereinhalb Jahre hinausgezögert. Aber auch andere Berufsgruppen beklagen Verschlechterungen.

Ein Überblick über die Eckpunkte der Reform, die von der Regierung in Paris mit dem drohenden Kollaps der Rentenkassen begründet wird:

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  • GLEICHBEHANDLUNG VON ÖFFENTLICHEM DIENST UND PRIVATWIRTSCHAFT:
  • Ab 2008 sollen alle Beschäftigten 40 Jahre lang Beiträge einzahlen, bevor sie Anspruch auf vollständige Rentenzahlungen haben. Derzeit gilt diese Zeitgrenze nur für die Privatwirtschaft, im öffentlichen Dienst liegt sie bei 37,5 Jahren. Die Angleichung beider Sektoren soll zwischen 2004 und 2008 stufenweise erfolgen.

  • LÄNGERE EINZAHLUNGEN ABHÄNGIG VON STEIGENDER LEBENSERWARTUNG:
  • Entsprechend der steigenden Lebenserwartung sollen Arbeiter, Angestellte und Beamte weiterhin doppelt so lange in die Rentenkasse zahlen, wie sie im Schnitt Geld ausgezahlt bekommen. Derzeit werden 40 Jahre Ein- und 20 Jahre Auszahlungen veranschlagt. Bis 2020 wird eine um drei Jahre steigende Lebenserwartung vorausgesagt. Die Dauer der Einzahlungen soll ab 2012 auf 41 Jahre klettern, anschließend werden ab 2020 dann 42 Jahre erwartet.

  • SPÄTERER RENTENEINSTIEG GEFÖRDERT, FRÜHERER BESTRAFT:
  • Männer und Frauen dürfen weiter mit 60 Jahren in Rente gehen. Jeder kann dann aussuchen, ob er noch bis zu fünf Jahre weiterarbeitet und damit pro Jahr drei Prozent höhere Rentenansprüche erwirbt. Mit 65 erfolgt die Zwangsverrentung. Wer schon vor dem 60. Geburtstag in Rente geht, muss Einbußen von fünf Prozent pro Jahr hinnehmen. Derzeit sind es in der Privatwirtschaft bis zu zehn Prozent jährlich.

  • RENTENPFLICHT AUSGEWEITET:
  • Unternehmer, Händler und Handwerker müssen künftig in eine Zusatz-Rentenversicherung einzahlen. (APA/AFP)
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