Schwangerschaft und Stillen nicht Ursache für Osteoporose

12. August 2003, 12:45
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Knochendichte wird nicht dauerhaft geschwächt

Wien/Bad Aachen - Kinder kosten keine Knochen: Frauen müssten keine Bedenken haben, durch Schwangerschaft und Stillzeit ihre Knochendichte dauerhaft zu schwächen, berichtete die deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen am Donnerstag. Schwangerschaft und Stillzeit bedeuten zwar "Stress" für den Kalziumhaushalt der Mutter und können zwischenzeitlich zu einem Verlust an Knochenmasse führen. Das Skelettsystem könne sich aber von dieser Belastung voll erholen.

Eine amerikanische Studie an 1.354 weiblichen Zwillingen kam zum Ergebnis, dass das Skelett von Müttern sechs oder mehr Monate nach der Geburt durchschnittlich sogar einen höheren Mineraliengehalt aufwies als das von Frauen, die keine Kinder geboren hatten. Bei Frauen, die gestillt hatten, wurden ebenfalls höhere Mineralienmengen im Skelett gemessen, außerdem verfügten sie über eine höhere Dichte des Hüftknochens. Dass Kinder eine Ursache für Osteoporose sind, könne somit ins Reich der Ammenmärchen verwiesen werden, sagte die Ernährungsexpertin Katrin Raschke. Die Messungen im Rahmen der US-Studie erfolgten mindestens sechs Monate nach Abschluss der Schwangerschaft bzw. Stillzeit.

Baustoffe für die Reparatur

Damit der Körper nach der außerordentlichen Belastung entstandene Schäden reparieren kann, benötigt er ausreichend Baustoffe. Ernährungswissenschafterin Raschke rät, kalziumspendende Lebensmittel wie Milchprodukte, Nüsse und kalziumreiches Mineralwasser zu verzehren und auch Supplemente aus der Apotheke einzusetzen. Neben Kalzium ist Vitamin D unentbehrlich: Während Schwangerschaft und Stillzeit erhöht sich der Bedarf an diesem fettlöslichen Vitamin von fünf auf zehn Mikrogramm täglich. (APA)

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