Schausberger will Grassers "Offenlegung"

12. August 2003, 14:27
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Erstmals schwarze Kritik am Finanzminister

Wien - Salzburgs Landeshauptmann Franz Schausberger ist der erste ÖVP-Politiker, der sich kritisch zum "Steuerfall Grasser" äußerst. In einem APA-Interview sagte Schausberger, es solle alles offen gelegt werden. "Wenn nichts dahinter ist, muss das auch möglich sein." Jemand wie Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der in den letzten Jahren von einer so hohen Sympathiewelle getragen wurde, müsse aufpassen, "dass er nicht die Bodenhaftung verliert und die notwendige Sensibilität beibehält", so Schausberger.

Ein weiteres Indiz dafür, dass "Unsauberkeit in Österreich zur Selbstverständlichkeit wird", ist für SPÖ-Klubchef Josef Cap der vom STANDARD aufgedeckte frühere Aktienbesitz Grassers an der insolventen YLine. Laut Cap hätte Grasser seine YLine-Beteiligung dem Unvereinbarkeitsausschuss melden müssen. Cap bleibt auch davon überzeugt, dass es "neben der Industriellenvereinigung auch andere Financiers der Grasser-Homepage gegeben haben muss". Ob es eine Parlaments-Sondersitzung geben werde, ließ er offen. Man warte den Ausgang des "Diskussionsprozesses" in der FPÖ ab.

Beim Leiter der Staatsanwaltschaft Wien, Friedrich Matousek, sind unterdessen ein Teil der polizeilichen Ermittlungsergebnisse rund um die Steuerprüfung eingegangen. Auf die Unterlagen aus den Finanzämtern wartet die Staatsanwaltschaft allerdings noch. (miba, sfm/DER STANDARD, Printausgabe, 24.7.2003)

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