ÖHB-Herren müssen sich mit Remis in Bosnien begnügen

13. Juni 2013, 18:45
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Für eine erfolgreiche EM-Qualifikation ist nun am Sonntag in Innsbruck zumindest ein Unentschieden gegen Russland vonnöten

Sarajevo - Österreichs Handball-Nationalteam der Herren hat sich am Donnerstag in Gruppe 7 der EM-Qualifikation auswärts gegen Schlusslicht Bosnien-Herzegowina mit einem 28:28-Unentschieden zufriedengeben müssen. Den Punkt rettete Kapitän Viktor Szilagyi mit einem Treffer wenige Sekunden vor Schluss. Den Österreichern würde am Sonntag 19.15 Uhr/live ORF Sport +) in Innsbruck gegen Russland auch ein Unentschieden zum Erreichen der EM in Dänemark genügen. Denn dann wäre die ÖHB-Auswahl auf jeden Fall bester Dritter der sieben Gruppen. Vor dem letzten Spieltag, an dem Serbien die Bosnier empfängt, führen die Serben (7 Punkte) vor Russland (6) und Österreich (6).

Auch bei einer Niederlage würde die Chance auf die Quali als bester Dritter leben, dann wäre man allerdings vor allem vom Ausgang der Partie Slowenien gegen Weißrussland in Gruppe 6 abhängig. Bei der Berechnung des besten Dritten zählen ausschließlich die Ergebnisse gegen die Top zwei der Gruppe. Gegen Serbien und Russland haben die Österreicher bisher drei Punkte gesammelt.

Erster Punkt für Bosnien

Eigentlich wollten die Österreicher am Donnerstag in Bosnien bereits die EM-Quali unter Dach und Fach bringen, doch dieser Traum war bereits am Mittwoch geplatzt, da Russland Serbien daheim 28:29 unterlag. Der nächste Rückschlag folgte dann in der engen, alten Halle in Visoko, wo ausgerechnet die Österreicher den Bosniern ihren ersten Punkt in der laufenden Qualifikation überließen.

Österreich tat sich von Anfang an schwer, eine Linie ins zerfahrene Spiel zu bringen. Die Bosnier gaben das Tempo vor, lagen meist mit zwei Treffern voran, kurz vor dem Seitenwechsel sogar mit 15:11. Und das, obwohl für die Bosnier der EM-Zug längst abgefahren ist und der Verband bereits einen Mannschaftsumbruch bzw. eine starke Verjüngung eingeleitet hat. Im Hinspiel in Linz hatten die Österreicher noch deutlich mit 35:24 die Oberhand behalten.

Rückstand zur Pause

Vor allem Spielgestalter Szilagyi sowie der schnellen Flügelzange Raul Santos und Robert Weber war es zu verdanken, dass die ÖHB-Auswahl halbwegs im Spiel blieb. Bis zur Pause wurde der Rückstand noch auf 13:15 verkürzt, danach starteten die Österreicher nicht zuletzt dank der Einwechslung von Goalie Thomas Bauer erstmals richtig durch.

Ein Doppelschlag von Vitas Ziura und ein verwandelter Gegenstoß von Santos brachten eine 17:16-Führung (35.). Doch die Partie blieb zerfahren und eng, die Österreicher bissen sich immer wieder am überragenden bosnischen Schlussmann Benjamin Buric die Zähne aus. Die Wurfausbeute der Gäste blieb daher schwach, zudem mischten sich weiterhin zahlreiche Flüchtigkeitsfehler ins ÖHB-Spiel.

Dramatisches Finish

Weber brachte Österreich 27:25 (58.) in Führung, damit schien eine Vorentscheidung gefallen zu sein. Doch die Bosnier drehten noch einmal auf und gingen in der Schlussminute 28:27 in Führung, ehe Szilagyi Sekunden vor Schluss schließlich doch noch ein Remis rettete. (APA, 13.6.2013)

Handball-EM-Qualifikation Herren - Gruppe 7:
Bosnien-Herzegowina - Österreich 28:28 (15:13)
Visoko, SR Opava/Valek (CZE)
ÖHB-Tore: Szilagyi 7, Santos 5, Weber 5, Wilzcynski 3/1, Ziura 2, Schlinger 2, Mayer 2, Posch 1, Kolar 1

Mittwoch:
Russland - Serbien 28:29 (11:17)

Tabelle:

1. Serbien             5  3 1 1   141:139  7
2. Russland            5  3 0 2   153:137  6
--------------------------------------------
3. Österreich          5  2 2 1   155:148  6
--------------------------------------------
4. Bosnien-Herzegowina 5  0 1 4   120:145  1

Sonntag:
Serbien - Bosnien (19.00 Uhr)
Österreich - Russland (Innsbruck,19.15 Uhr/live ORF Sport +)

Modus: Die Top zwei sowie der beste Dritte der sieben Gruppen qualifizieren sich für die EM 2014 in Dänemark (12. bis 26. Jänner).

Stimmen:

Viktor Szilagyi (Kapitän Österreich): "Wir hatten uns viel vorgenommen, aber die Bosnier waren ebenbürtig und haben verdient ein Unentschieden erreicht. Ganz schwach war unser Rückzugsverhalten, dadurch haben wir die Bosnier stark gemacht. Natürlich müssen wir uns gegen Russland steigern, aber das ist ein ganz anderes Spiel."

Robert Weber (Flügelspieler Österreich): "Die Deckung war eines unserer Hauptprobleme, da müssen wir am Sonntag definitiv aggressiver stehen. Wir werden noch einmal unser ganzes Herzblut in dieser Partie werfen. Ich bin mir sicher, mit dem Heimpublikum im Rücken können wir das packen."

Patrekur Johannesson (Teamchef Österreich): "Ich war nicht zufrieden mit der Mannschaft. Natürlich kann man vorne Chancen vergeben, aber wir haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgestellt haben. Das muss sich für Sonntag ändern. Der Gruppensieg ist wahrscheinlich nicht mehr möglich, aber das wäre fast vermessen gewesen in dieser schweren Gruppe. Wir haben es immer noch selbst in der Hand, aus eigener Kraft die Quali zu schaffen. Nur das zählt für uns."

  • Die gute Nachricht: Viktor Szilagyi und Co. haben die EM-Qualifikation noch immer selbst in der Hand.
    foto: epa/fehim demir

    Die gute Nachricht: Viktor Szilagyi und Co. haben die EM-Qualifikation noch immer selbst in der Hand.

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