Das große Probieren und eine Premiere

13. Juni 2013, 17:17
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Am Samstag eröffnen Gastgeber Brasilien und Asienmeister Japan den Confederations Cup. Er gilt den Kickern und den Organisatoren als Generalprobe für die WM. Die Torlinientechnik feiert ihre Premiere

Rio de Janeiro - 365 Tage vor dem Ankick der Fußball-WM 2014 ist an der Copacabana die WM-Countdown-Uhr enthüllt worden. Gestaltet hat sie der im Dezember 2012 verstorbene große brasilianische Architekt Oscar Niemeyer. Pelé, der große brasilianische Fußballer, sagte anlässlich des Festakts: "Ich hoffe, dass ich nicht dieselbe Erfahrung machen werde, die ich mit neun Jahren gemacht habe. Damals sah ich meinen Vater weinen, weil Brasilien bei der WM 1950 verloren hat." Die Brasilianer unterlagen im finalen Spiel Uruguay mit 1:2.

Vom 12. Juni bis zum 13. Juli 2014 wird die WM zum zweiten Mal im Land des fünffachen Champions gegeben. In den nächsten beiden Wochen findet die Generalprobe statt, der Confederations Cup. Auch in diesem ist Brasilien mit drei Erfolgen Rekordsieger. Der Gastgeber und Asienmeister Japan eröffnen das Turnier am Samstag in Brasília (21 Uhr MESZ, ORF Sport Plus). Weitere Teilnehmer sind Weltmeister Spanien, EM-Finalist Italien (weil Europameister Spanien nicht zweimal spielen kann), Copa- America-Sieger Uruguay, Gold-Cup-Sieger Mexiko, Afrikameister Nigeria und Tahiti, der Ozeanienmeister, der etwas aus der Reihe tanzt.

Ungewohnte Kulisse

Erstmals qualifizierten sich nämlich Amateure für den Confed Cup. Tahitis Trainer Eddy Etaeta: "Als uns bei der Ziehung der Vorrundengruppen die Spanier zugelost wurden, habe ich geschluckt. Als das Los dann noch auf das Maracanã fiel, musste ich mich setzen. Zu Hause spielen wir vor 100 bis 200 Zuschauern, in Rio werden es 80.000 sein. Da müssen wir aufpassen, dass uns die Atmosphäre nicht lähmt." Ein Testspiel gegen Chiles U20-Team verlor Tahiti, die Nummer 139 der Weltrangliste, mit 0:7.

Unter einem etwas anderen Druck stehen die Brasilianer, denen wieder Luiz Felipe Scolari (64) als Teamchef vorsteht, der die Seleção 2002 zum bisher letzten WM-Titel führte und dessen Pflicht es quasi ist, den sechsten WM-Titel zu besorgen. Dabei ist der Rekordchampion auf Platz 22 der Weltrangliste abgestürzt.

Ticket-Rekord

Für die 16 Spiele des Confed Cups wurden bisher 690.000 der 835.000 angebotenen Eintrittskarten verkauft, das ist Rekord. Sorgen bereitet den Organisatoren die Tatsache, dass viele Zuschauer ihre bestellten Tickets noch nicht abgeholt haben. Es werden an den Spieltagen vor den Stadionkassen Warteschlangen befürchtet.

Dafür soll nicht mehr passieren, was seit der WM 1966 für Aufregung sorgt - das sprichwörtlich gewordene Wembley-Tor. Jetzt soll ein System zweifelsfrei klären, ob ein Ball die Torlinie überschritten hat oder nicht. Der Weltfußballverband Fifa testet die deutsche Torlinientechnik GoalControl. Das System basiert auf 14 Hochgeschwindigkeitskameras.

Die Ballposition wird kontinuierlich in drei Dimensionen erfasst. Sobald der Ball die Torlinie komplett überquert hat, sendet die zentrale Auswertungseinheit ein verschlüsseltes Signal an die Empfängeruhr des Schiedsrichters. Tore und Bälle müssen nicht präpariert werden. (sid/APA/bez, DER STANDARD, 14.6.2013)

  • Luiz Felipe Scolari hat einen schlichten Auftrag. Felipão soll Brasiliens Fußballteam fit machen für den sechsten WM-Titel.
    foto: epa/neco varella

    Luiz Felipe Scolari hat einen schlichten Auftrag. Felipão soll Brasiliens Fußballteam fit machen für den sechsten WM-Titel.

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