Europa pfuscht weniger, Österreicher Musterschüler

13. Juni 2013, 15:44
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In Österreich beträgt der Schattenwirtschafts-Anteil acht Prozent, in Bulgarien 31 Prozent, so eine von einem Kreditkartenanbieter in Auftrag gegebene Studie

Berlin - Die europäische Schattenwirtschaft ist nach einer Studie des Linzer Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Schneider in den vergangenen Jahren geschrumpft. Gemessen an der Wirtschaftsleistung sank der Anteil der Schwarzarbeit in Europa von 22,4 Prozent im Jahr 2003 auf 18,5 Prozent im laufenden Jahr. In absoluten Zahlen beläuft sich die informelle Wirtschaft in Europa auf 2,15 Billionen Euro.

Gewöhnlicherweise wird Schwarzarbeit in bar gezahlt. Die von Schneider geschätzten Daten zur Schwarzarbeit wurden in einer Studie für den Kreditkartenanbieter Visa am Donnerstag in Berlin präsentiert.

Deutschland größte Schattenwirtschaft

Österreich ist mit einem Anteil von acht Prozent der Schwarzarbeit am Bruttoinlandsprodukt ein Vorzeigeland und liegt damit hinter der Schweiz (sieben Prozent) auf Rang 2. In absoluten Zahlen macht der "Pfusch" hierzulande 24 Milliarden Euro aus. Deutschland liegt mit 13 Prozent im besseren Drittel der Rangliste, hat aber mit 351 Milliarden Euro insgesamt die größte Schattenwirtschaft in Europa.

Stark im Süden

Mehr als zwei Drittel der informellen Wirtschaft konzentriert sich auf Italien (21 Prozent BIP-Anteil), Spanien (19 Prozent), Deutschland (13 Prozent), Frankreich und Großbritannien (jeweils zehn Prozent). In den Euro-Krisenstaaten Griechenland (21 Prozent) und Portugal (19 Prozent) ist der Anteil ebenfalls hoch.

Die Schattenwirtschaft in Osteuropa ist gemessen an der Wirtschaftsleistung deutlich größer als in Westeuropa. Der Anteil beläuft sich in Bulgarien auf 31 Prozent, Kroatien (28 Prozent), Polen (24 Prozent) und Slowakei (15 Prozent). (APA, 13.6.2013)

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