Raiffeisen Bankengruppe schrumpft Gewinn

13. Juni 2013, 14:46
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Wien - Die größte Bankengruppe Österreichs, die Raiffeisen Bankengruppe (RBG), hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 in Summe deutlich weniger verdient als im Jahr davor. Das Ergebnis vor Steuern fiel mit 1,09 Mrd. Euro um fast 37 Prozent geringer aus als 2011. Das Ergebnis sei angesichts niedriger Zinsen und Bankenabgabe dennoch "respektabel" ausgefallen, sagte RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner, der auch Sprecher der Raiffeisen Bankengruppe ist, am Donnerstag im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Gelitten hat das Ergebnis der RBG-Überblicksrechnung neben der 200 Mio. Euro schweren Bankenabgabe auch darunter, dass die Anzahl der einbezogenen Institute sich deutlich erhöht hat. So sind heuer erstmals 178 Institute mit 3.500 Mitarbeitern und 300 Bankstellen zusätzlich erfasst worden, darunter Landeshypothekenbanken sowie Leasinggesellschaften und deren Töchter.

Höhere Aufwendungen

Dadurch ist sowohl der Sachaufwand um 245 Mio. auf 2,5 Mrd. Euro als auch der Personalaufwand um 545 Mio. auf 3,6 Mrd. Euro gestiegen. Die gesamten Betriebsaufwendungen erhöhten sich um 41 Prozent auf 10,1 Mrd. Euro, dagegen verbesserten sich die Betriebserträge nur um 24 Prozent auf 13,1 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis sank somit um 11 Prozent auf 2,98 Mrd. Euro. Gleichzeitig drückten auch die um 200 Mio. Euro auf 1,9 Mrd. Euro gestiegen Risikokosten auf das Ergebnis. Der Jahresüberschuss nach Steuern kam auf 676 Mio. Euro zu liegen.

Neben der Ausweitung des Bilanzierungskreises kam es im Vorjahr auch zu einer Umstellung der Bilanzierungsmethode von UGB auf IFRS, weshalb die Ergebnisse nur beschränkt mit dem Vorjahr vergleichbar seien, betonte Rothensteiner.

Mit einer Bilanzsumme von 292 Mrd. Euro und einem Abstand von 78 Mrd. Euro zum zweitplatzierten - der Erste Bank und Sparkassen-Gruppe - ist die RBG das siebente Jahr die mit Abstand größte Bankengruppe in Österreich geblieben. Die RBG betreut in Österreich 2,8 Millionen Kunden und beschäftigt 25.000 Mitarbeiter. Weltweit - inklusive der börsennotierten Tochter RBI - betreuen 60.000 Mitarbeiter rund 14 Millionen Kunden in mehr als 3.000 Geschäftsstellen. (APA, 13.6.2013)

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