Strukturelle Änderung beim Liszt-Festival Raiding

13. Juni 2013, 14:18
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Jänner-Block wird in den Juni verschoben - Motto für 2014 "Zukunft und Zeitlosigkeit"

Raiding -  Für 2014 kündigte das Liszt-Festival im burgenländischen Raiding Vokal-, Klavier-, Orchester- und Kammermusikzyklen, viele Publikumslieblinge und auch eine strukturelle Änderung an: Der Jänner-Block des bisher auf vier Termine verteilten Festivals entfällt zugunsten einer zweiwöchigen Ausgabe im Juni, insgesamt werde man damit "noch mehr zum Schönwetterfestival", gab sich Intendant Eduard Kutrowatz bei der Programmpräsentation am Donnerstag optimistisch.

Die "Schlagworte", die sich der Pianist und sein Bruder Johannes - die beiden bilden nicht nur das Klavierduo Kutrowatz, sondern auch die Festivalintendanz - für 2014 gesetzt haben, lauten "Zukunft und Zeitlosigkeit". Ein Jahr vor dem 10-jährigen Festivaljubiläum 2015 will man die Aktualität des Komponisten immer wieder neu unter Beweis stellen. Über die nunmehr drei Termine im März, Juni und Oktober erstreckt sich wieder die "bewährte Mischung" aus Publikumslieblingen und Liszt-Spezialisten.

Im Klavierzyklus steht etwa ein Wiedersehen mit Oleg Maisenberg oder Lilya Zilberstein an, erstmals sind Nikolai Lugansky aus Kanada oder Gerhard Opptitz als "einer der letzten Vertreter der großen deutschen Klavierschule" dabei. An der Sängerfront wartet das Festival wieder mit großen Namen auf: Liederabende geben Angelika Kirchschlager und Juliane Banse, beide begleitet von Eduard Kutrowatz. Im ersten konzertanten Raidinger Opernprojekt - der kaum gespielten Liszt-Bearbeitung von Glucks "Orfeo ed Euridice" - stehen Elisabeth Kulman und Eva Liebau mit Martin Haselböck und seiner Wiener Akademie auf der Bühne. Nach vier Jahren kommt 2014 Haselböcks Mammut-Projekt mit sämtlichen Orchesterwerken Liszts zu seinem Abschluss, unter anderem mit einer Gegenüberstellung von Liszt und Schubert - mit Tenor Julian Pregardien - und mit einer Wiederholung der "Faust-Symphonie", die auch aufgenommen wird.

Das Intendantenduo können die Raiding-Besucher vor allem im Kammermusikzyklus erleben: Als Klavierduo treten Eduard und Johannes Kutrowatz einerseits mit den "Tanzgeigern" auf, die die "ungarischen Rhapsodien" freimütig in die Volksmusik weiterspinnen, andererseits klassisch vierhändig zur Saisoneröffnung am 20. März. Weitere Beiträge kommen von dem jungen bulgarischen "Trio d'Ante" mit einem "jugendlich-elektrisierenden" Liszt sowie von den Blechbläsern der Wiener Philharmoniker, die neben Liszt auch Verdi, Wagner und mehr für ihr Ensemble "Phil Blech" bearbeitet haben und den viel gepriesenen Konzertsaal "akustisch ausloten" werden, so Kutrowatz.  (APA, 13.6.2013)

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