Umfrage: Österreicher kennen ihre EU-Abgeordneten nicht

13. Juni 2013, 13:03
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64 Prozent können keinen einzigen Europaabgeordneten namentlich nennen

Wien - Die überwiegende Mehrheit der Österreicher kennt ihre EU-Abgeordneten nicht. Fast zwei Drittel können keinen einzigen Europaabgeordneten namentlich nennen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die die Österreichische Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) am Donnerstag veröffentlichte.

64 Prozent der Befragten konnten demnach keinen einzigen Namen eines heimischen EU-Abgeordneten angeben. Spontan am häufigsten genannt wurden Hannes Swoboda (SPÖ, 18 Prozent) und Othmar Karas (ÖVP, 14 Prozent). Jeweils sieben Prozent kennen Evelyn Regner (SPÖ) und Hans-Peter Martin, fünf Prozent Andreas Mölzer (FPÖ). Weiters angeführt wurden mit je drei Prozent Jörg Leichtfried (SPÖ), Ulrike Lunacek (Grüne), Ewald Stadler (BZÖ) und Josef Weidenholzer (SPÖ).

68 Prozent finden Arbeit des Europaparlaments wichtig

Zugleich erachten mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten jedoch die Arbeit und Tätigkeiten des Europäischen Parlaments als sehr wichtig. Fast ebenso viele (62 Prozent) sagen, dass das Parlament großen Einfluss auf EU-Entscheidungen habe.

"Auch nach 18 Jahren EU-Mitgliedschaft gelingt es offenbar nur begrenzt, die Kluft zwischen Innen- und Europapolitik zu schließen und darzulegen, wie sehr diese miteinander verbunden sind", erklärte ÖGfE-Generalsekretär Paul Schmidt am Donnerstag in einer Aussendung. "Dabei sind es gerade die EU-Abgeordneten, die im europäischen Gesetzgebungsprozess unmittelbar - und immer stärker - mitbestimmen und Beschlüsse treffen, die für jeden von uns relevant sind." Jetzt räche sich der Mangel an öffentlichem Dialog und kontinuierlicher Information.

Durchgeführt hat die Umfrage die Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft (SWS). Dafür wurden im April österreichweit 594 Personen per Telefon befragt, Mehrfachnennungen waren möglich. (APA, 13.6.2013)

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