Europas Leitbörsen schließen uneinheitlich

13. Juni 2013, 18:10
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Die europäischen Leitbörsen sind am Donnerstag nach einem bewegten Handelstag uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 4,81 Einheiten oder 0,18 Prozent auf 2.661,71 Zähler.

Die überraschend stark ausgefallenen US-Konjunkturdaten konnten die Verluste an Europas Handelsplätzen noch eindämmen und sogar teilweise noch ins Positive drehen. Zuvor standen die Senkung des globalen Wirtschaftsausblicks und die Unsicherheiten um den zukünftigen Kurs der internationalen Notenbanken im Fokus des Anlegerinteresses.

Die Weltbank hat ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 2,2 Prozent gesenkt. Damit würde man hinter dem Vorjahreswert von 2,3 Prozent zurück bleiben.

US-Konjunkturdaten konnten am Nachmittag durch gute Zahlen einen positiven Impuls setzen. Die Angst, dass zu gute Konjunkturdaten ein mögliches Ende der expansiven Geldpolitik zur Folge haben würden, wurde durch die Daten nicht bekräftigt, hieß es aus dem Handel.

Der US-amerikanische Einzelhandel hat seine Umsätze im Mai stärker ausgeweitet als erwartet. Im Monatsvergleich stiegen die Umsätze um 0,6 Prozent, während Ökonomen lediglich 0,4 Prozent prognostiziert hatten. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in den USA in der vorangegangenen Woche unerwartet weiter gefallen. Im Vergleich zur Woche davor sei die Zahl um 12.000 auf 334.000 Anträge zurückgegangen.

In einem europäischen Branchenvergleich konnten sich Rohstoffwerte als größte Tagesgewinner mit plus 0,97 Prozent an die Spitze setzen. Die Automobilbranche war mit minus 0,67 Prozent der größte Verlierer am heutigen Handelstag.

Bei den Einzelwerten setzten sich Intesa Sanpaolo mit einem Tagesgewinn von 2,56 Prozent an die Spitze des Kurstableaus. Das untere Ende der Kursliste wurde wie bereits schon zu Mittag von Inditex mit einem Minus von 1,79 Prozent belegt.

In Frankfurt notierte ThyssenKrupp als größter Kursverlierer des heutigen Handelstages. Mitten in der heißen Verhandlungsphase über den Verkauf der Werke in Nord- und Südamerika legt eine Panne große Teile des verlustreichen Stahlwerks in Brasilien lahm. Die Werksleitung räumte Aussetzung des Betriebs eines Hochofens aufgrund von "Prozessinstabilität" ein. Die Anteilsscheine des Stahlkonzerns gaben 2,39 Prozent auf 14,475 Euro ab.

Mangels relevanter Unternehmensnachrichten drängten sich Einstufungsänderungen in das Blickfeld der Anleger. Das Kursziel der EADS-Papiere wurde vor der anstehenden Luftfahrtmesse in Paris von 45 auf 47 Euro angehoben und die Einstufung "Outperform" bestätigt. Die EADS-Aktien notierten zu Handelsschluss nahezu unverändert mit plus 0,01 Prozent auf 43,005 Euro.

Die Analysten der UBS haben das Kursziel der Nestle-Aktien herabgesetzt. Das Votum "Neutral" wurde für Nestle von der Schweizer Großbank beibehalten, jedoch wurde das Kursziel von 66 auf 65 Schweizer Franken gesenkt. Der Analyst verwies bei der Herabsetzung auf den Rückgang der Währungen von Schwellenländern. Nestle-Titel ermäßigten sich an der Zürcher Börse um 0,56 Prozent auf 61,85 Schweizer Franken.

Banktitel wurden ebenfalls durch Analystenhäuser neubewertet. Das Kursziel der Banco Santander wurde von der Berenberg Bank und der US-Investmentbank JPMorgan herabgesetzt. Letztere änderte auch die Einstufung der Aktien des spanischen Bankinstituts von "Neutral" auf "Underweight". Die Anteilsscheine der Banco Santander verbilligten sich um 0,53 Prozent auf 5,254 Euro.

Die Berenberg Bank hat zusätzlich das Kursziel der Deutschen Bank von 20 auf 23 Euro angehoben. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank verloren im Tagesverlauf 1,97 Prozent auf 34,515 Euro. (APA, 13.6.2013)

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