Spieler zeigen Novomatic und Gründer Graf an

13. Juni 2013, 19:01
110 Postings

Initiator Sochowsky sieht Grenzen des kleinen Glücksspiels überschritten, Novomatic weiß nichts von einer Klage und zieht seinerseits die VfGH-Beschwerde wegen des Casino-Stadtpakets zurück

Wien - Eine Gruppe von rund 140 Glücksspielern um den Initiator Thomas Sochowsky hat bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt eine Strafanzeige gegen den Glücksspielkonzern Novomatic und dessen Gründer und Mehrheitseigentümer Johann Graf eingebracht. Die Spieler hätten mehr als 33 Millionen Euro verloren und wollen dieses Geld in Form einer Entschädigung zurück, erklärte Sochowsky am Donnerstag in einer Aussendung.

Der Novomatic  ist die Klage laut einer Stellungnahme gegenüber derStandard.at bis dato nicht bekannt. Ebenso wie "die angesprochene Sachverhaltsdarstellung plus Privatbeteiligung", heißt es weiter.

Grenzfrage

In ihrer Anzeige werfen die Spieler Novomatic vor, die Grenzen des kleinen Glücksspiels (50 Cent Einsatz, 20 Euro Maximalgewinn) um ein Vielfaches zu überschreiten. Ihre verspielten Einsätze hoffen sie zurückzubekommen, indem sie einen Privatbeteiligtenanschluss und eine Entschädigung begehren.

Der Vorwurf, dass die Grenzen des kleinen Glücksspiels nicht eingehalten würden, wird seitens Novomatic "ausdrücklich bestritten". Die Rechtskonformität sei "sowohl gerichtlich als auch durch gerichtlich beeidete Sachverständige [...] bestätigt.

Novomatic zieht VfGH-Beschwerde zurück

In Sachen Casino-Stadtpaket hat sich am Donnerstag auch etwas getan. Novomatic hat laut "Presse" die beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) eingebrachte Klage wegen der Vergabe der Casinolizenzen in sechs österreichischen Städten zurückgezogen. Novomatic hatte sich erfolglos für das sogenannte Stadtpaket erworben, den Zuschlag hat das Finanzministerium der bisherigen Monopolistin Casinos Austria erteilt. Novomatic hatte die Vergabe im Paket für rechtswidrig gehalten.

Ein Novomatic-Sprecher wird in der Zeitung mit den Worten zitiert: "Der Verfassungsgerichtshof hat in einem jüngsten Erkenntnis ausgesprochen, dass dem Finanzministerium bei der Konzessionsvergabe ein sehr weiter Ermessensspielraum eingeräumt ist. Daher haben wir von einer Fortsetzung des Verfahrens Abstand genommen." (APA/red, derStandard.at, 13.6.2013)

Share if you care.