NSA-Chef: Mit Prism wurden Dutzende Anschläge verhindert

13. Juni 2013, 09:37
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Whistleblower Snowden wirft Washington Cyberangriffe auf China vor

Washington - Die umstrittenen Datenspionage-Programme der USA haben nach Angaben von NSA-Chef Keith Alexander geholfen, "Dutzende" Terroranschläge zu verhindern. Alexander sagte am Mittwoch vor einem Washingtoner Senatsausschuss aus. Die National Security Agency steht derzeit im Mittelpunkt von gleich zwei US-Spionageskandalen.

Dabei geht es um das Sammeln von Daten aus Telefonaten von Millionen Kunden der US-Gesellschaft Verizon und den massiven Zugriff auf Server von Internetfirmen, der unter dem Sammelbegriff Prism-Affäre bekannt wurde. Vor allem die Internetspionage hat im Ausland scharfe Kritik ausgelöst.

Erste Reaktion des NSA-Chefs

Es war das erste Mal, dass sich Alexander öffentlich zu den Programmen äußerte, seit der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden sie am vergangenen Sonntag in Zeitungsinterviews enthüllt hatte. Snowden hält sich weiter in Hongkong versteckt.

China Ziel der USA

Am Mittwoch warf er den USA Cyberangriffe auf hunderte Ziele in China und Hongkong vor. Die Operationen seien seit 2009 im Gange, sagte Snowden der "South China Morning Post". Der Zeitung zufolge legte er Dokumente vor, deren Echtheit aber nicht überprüft worden sei.

61.000 Hacking-Aktionen weltweit

Snowden zufolge haben die NSA weltweit mehr als 61.000 Hacking-Aktionen durchgeführt, darunter hunderte gegen China. Ziele seien unter anderem Universitäten, Unternehmen und öffentliche Funktionsträger gewesen. Die USA ihrerseits werfen China massive Cyberattacken vor, unter anderem, um sich Informationen über militärische Technologien zu verschaffen.

Alexander verteidigte in dem Ausschuss-Hearing die US-Datenspionage bei Telefongesprächen und im Internet. "Dies hat geholfen, Dutzende terroristische Ereignisse zu verhindern", sagte der General. Er versprach, so bald wie möglich eine exakte Zahl zu veröffentlichen.

Anschlag in New York verhindert

Im Einzelnen erwähnte der NSA-Chef aber bereits zwei Fälle. Einer davon ist der geplante Anschlag von drei Islamisten auf die New Yorker U-Bahn im September 2009. Das Trio war einen Tag vor der Ausführung aufgeflogen. Alexander nannte in diesem Zusammenhang den Namen Najibullah Zazi, der einer der Verschwörer war.

Er erwähnte außerdem David Headley, der wegen seiner Beteiligung am Terroranschlag in Mumbai 2008 in einem US-Gefängnis sitzt. "Ich glaube, wir tun hier das Richtige, um die amerikanischen Bürger zu beschützen", sagte Alexander. Man habe immer auf eine Ausgewogenheit zwischen dem Recht auf Privatsphäre und den Sicherheitsinteressen des Staates geachtet: "Das amerikanische Volk soll wissen, dass wir versuchen, transparent zu sein und die bürgerlichen Rechte und die Privatsphäre zu schützen, aber auch die Sicherheit des Landes zu bewahren."

EU fordert Antworten

Wegen des umstrittenen Programms müssen sich die US-Behörden auch gegenüber der Europäischen Union rechtfertigen. EU-Justizkommissarin Viviane Reding forderte US-Justizminister Eric Holder in einem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben zu "raschen und konkreten Antworten" auf sieben Fragen zum Programm auf. Reding verwies auf bisherige Versicherungen der USA, wonach die Überwachungsprogramme nicht Datenschutzrechte europäischer Bürger verletzen würden. (APA, 13.6.2013)

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    Keith Alexander bei seiner Anhörung im US-Senat am Mittwoch.

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    Kundgebung für Edward Snowden vor dem US-Konsulat in Hongkong.

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