ERT - Ein gebühren- und werbefinanzierter griechischer Staatssender

12. Juni 2013, 15:11
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Athen - Der Sender ERT (Elliniki Radiofonia Tileorasi) hat sich durch Gebühren und Werbung finanziert, wurde aber vom Staat kontrolliert. Griechenlands staatliche Rundfunkanstalt hatte eine lange Tradition, sie bestand unter verschiedenen Namen seit 1938. Die Gebühren zahlten alle Griechen zusammen mit der Stromrechnung. Die Höhe dieser Rundfunkabgabe bemaß sich dabei nach dem Energieverbrauch, sie betrug rund ein Zehntel der Rechnung für Elektrizitätskosten. Dies belastete die Griechen nach Angaben der Regierung mit rund 300 Millionen Euro jährlich.

Das ERT-Fernsehen strahlte bis Dienstagabend landesweit drei Programme aus, dazu kamen ein Satellitenprogramm und ein Programm über die Arbeit des Parlaments. Das Staatsradio produzierte fünf landesweite Kanäle. Zudem wurde ein Kurzwellensender betrieben.

Die Einschaltquoten der TV-Sender und Hörfunkwellen waren allerdings schlecht. Die Hauptnachrichtensendung des ERT-Nachrichtensenders NET erreichte zuletzt nur noch sechs Prozent Marktanteil. Keiner der ERT-Radiosender erreichte Einschaltquoten über 1,5 Prozent.

Die ERT hatte nach Angaben ihrer Gewerkschaft rund 2700 Angestellte. Den Vorstand stellte die jeweilige Regierung ein. (APA, 12.6.2013)

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    Die griechische Regierung hat den staatlichen Rundfunkt nicht reformiert, sondern eingestellt.

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