FPÖ und ÖVP sehen sich in Vorwürfen bestätigt

12. Juni 2013, 14:01
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Vorfälle im ehemaligen Kinderheim seien durch damalige Verantwortliche vertuscht worden

Wien - Die Wiener Oppositionsparteien ÖVP und FPÖ sehen sich nach der Präsentation des Endberichts der Wilhelminenberg-Kommission in ihrem Vorwurf bestätigt, dass die grausamen Vorfälle im ehemaligen Kinderheim Wilhelminenberg durch die damaligen Verantwortlichen vertuscht wurden. "Wir konnten erst gar nicht glauben, dass diese schwersten Verbrechen der Nachkriegszeit von oben gedeckt wurden", meinte FPÖ-Bundes- und -Landesparteiobmann Heinz-Christian Strache in einer Aussendung.

ÖVP-Landesparteiobmann Manfred Juraczka schrieb, er sei "erschüttert" über das Ausmaß der Vorfälle. In der Aussendung kritisierte er Jugendstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ): "Obwohl die politischen Verantwortlichen im Bericht klar und unmissverständlich genannt wurden - es betrifft die Amtszeiten der SPÖ-Stadträtinnen Maria Jacobi und Gertrude Fröhlich-Sandner -, fanden diese Namen keine Erwähnung des zuständigen Stadtrats Oxonitsch in der heutigen Pressekonferenz."

Kritik an SPÖ

Das zeige, dass sich die Sozialdemokraten offenbar mit ihrer Vergangenheitsbewältigung immer noch schwertäten: "Es liegt nun an der SPÖ, wie sie mit der politischen Verantwortung, aber auch dem Gedenken an die genannten Persönlichkeiten umgeht", so Juraczka.

Gedenktafel gefordert

Der Klubobmann der FPÖ-Bezirksorganisation Ottakring, Georg Heinreichsberger, forderte einmal mehr einen Gedenkstein mit Gedenktafel beim Schloss Wilhelminenberg, in dem sich einst das Kinderheim befand.

Lob von beiden Parteien gab es für die Arbeit der Kommission. Juraczka sprach dieser "ausdrücklich" seine Hochachtung aus und stellte in Aussicht, dass der Bericht noch zu einer intensiven politischen Auseinandersetzung führen werde.

Strache dankte der Kommissionsvorsitzenden Barbara Helige für ihre Arbeit: "Obwohl rote Parteigängerin, hat sie nicht in dem Versteckspiel der Häupl-SPÖ mitsamt Unterdrückung und Vernichtung von Beweisen mitgespielt." Solch positive Worte fanden die Freiheitlichen übrigens nicht immer für Helige. In der Vergangenheit hatten sie kritisiert, dass Helige als Vorsitzende eine "Verhöhnung der Opfer" sei. (APA, 12.6.2013)

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