Teardown: Ein Blick ins Innenleben von Google Glass

13. Juni 2013, 12:46
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Datenbrille ist überraschend unkompliziert aufgebaut - Google zeigt Möglichkeiten des Alltagseinsatzes

Anschaffungskosten von 1.500 Dollar sind ein gutes Argument, vorsichtig mit Googles Datenbrille "Glass" umzugehen. Umso erfreuter waren wohl die Betreiber von catwig.com, als sie von Google die Gelegenheit erhielten, das Wearable auseinanderzunehmen.

Einfach zu öffnen

Der Aufbau von Glass macht einen Teardown auch überraschend einfach, wenngleich trotzdem ein gewisses Geschick Voraussetzung für das Hantieren mit den kleinen Elektronikbestandteilen ist. Die Hülle der Innereien ist nur mit einer einzigen Torx T5-Schraube am Rahmen angebracht. Das ermöglicht theoretisch sogar das Verfrachten der ganzen Hardware auf eine normale Brille.

Auf dieser, so berichten die Tester, arbeitet der Näherungssensor aufgrund der dazwischenliegenden Linse aber nur unzuverlässig. Google soll aber daran arbeiten, die Technologie auch für verschriebene Brillen zugänglich zu machen.

Gleiche Plattform wie erster Kindle Fire

Relativ leicht lässt sich auch das Kunststoffgehäuse rund um das Display aufstemmen und entfernen. Der Rest des Cases erwies sich als schwieriger zu öffnen, da dessen Verschluss durch eine innen liegende Schraube gewährleistet ist.

Deren Entfernung gibt Zugriff auf das Touchpadmodul, den Synaptics T1320A-Controller. Unter diesem wiederum liegt die Hauptplatine. Bei dieser handelt es sich um eine Miniatur-Ausgabe des OMAP 4430 von Texas Instruments, wie er auch in Amazons erstem Kindle Fire-Tablet zu finden ist. Damit verbunden: Der Arbeitsspeicher sowie der interne Speicher von 16 GB, der aus dem Hause Sandisk kommt.

Der nicht austauschbare 570 mAh-Akku findet sich in einem eigenen Case am Bügel hinter dem Ohr. Ebenso lässt sich dort der Bone Conduction-Lautsprecher finden (Knochenschall).

Mini-Display mit Mini-Pixel

Rund um das Display verpackt Glass mehrere Sensoren und die Kamera. Die Bildschirmkonstruktion passt auf eine US-Zehncentmünze. Das Display löst mit 540 x 360 Pixel auf, wobei die einzelnen Pixel lediglich rund ein Achtel der physikalischen Größe der Pixel auf einem iPhone 5-Display aufweisen.

Bei der Kamera handelt es sich um eine unmodifizierte Standardkomponente, wie man sie auch in Smartphones findet. Sie hat einen separaten Anschluss an die CPU und verfügt über keine direkte Verbindung zum Display.

Google demonstriert "20 Suchen"

Google hat nun ein Video veröffentlicht, dass praktische Anwendungsmöglichkeiten für Glass im Alltag zeigt. Der Fokus liegt dabei auf dem Sprachassistenzen Google Now. Demonstriert werden verschiedene Abfragen - von der Konvertierung diverser Einheiten über aktuelle Sportergebnisse, Wetterprognosen, Navigation oder Bilder von "Richard Branson in Dragqueen-Kleidung". (red, derStandard.at, 13.06.2013)

(Video: 20 Suchen mit Google Glass)

  • Google Glass in zerlegter Form.
    foto: screenshot

    Google Glass in zerlegter Form.

  • Die Displaykonstruktion hat auf einem amerikanischen Zehncentstück Platz.
    foto: screenshot

    Die Displaykonstruktion hat auf einem amerikanischen Zehncentstück Platz.

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